Was ist Daoismus? Diese uralte, vor unserer Zeitrechnung entstandene Philosophie hat uns Bilder und Gleichnisse überliefert, die über die Zeiten elementare Deutungen des Lebens hervorgebracht haben. Bis heute lebt der Daoismus als religiöse Praxis und als philosophische Richtung und erobert wie der Buddhismus in der Folge wachsenden Interesses für "östliche Heilslehren" zunehmend auch den westlichen Kulturkreis. Die daoistische Philosophie fragt nach dem rechten Weg - nicht die Frage, was letztlich ist, steht im Vordergrund, sondern wie etwas am besten und mit der geringsten Anstrengung zu erreichen ist. Das Dao - der "Weg" - ist auf den Erfolg ausgerichtet: Der Weg ist das Ziel. Hans-Georg Möller gibt Denkanstöße durch neue Übersetzungen und neue Deutungen zentraler daoistischer Motive und Texte wie des Schmetterlingstraums, des Reusengleichnisses oder der Freude der Fische.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.04.2002
Ziemlich durchwachsen findet Rezensentin Wiebke Denecke den ambitionierten Versuch Hans-Georg Möllers, die "Architektur des daoistischen Denkens" freizulegen. Sie lobt Möllers Vorgehen, die Texte - im Sinne einer kulturhermeneutischen Metaphorologie - über ihre parabelhafte Bildlichkeit philosophisch aufzuschlüsseln. Bedauerlicherweise überwiegt nach Ansicht der Rezensentin dabei oft die "predigende Parabelparaphrastik", die dem Text nicht eben viel an Gehalt entlocken könne. Denecke macht zudem eine gewisse "Trägheit" des Autors aus bei seiner Exegese der Parabeln Dinge "präzise zu Ende zu denken". Gleichzeitig lege Möller bei seinen Interpretationen ein irrwitziges Tempo vor: "Mit schwindelerregender Schnelligkeit werden Bilder, Anekdoten, Ideen wie in einem Spiegelkabinett der philosophischen Bildlichkeit übereinandergeschoben und zum daoistischen Rad getrimmt." Möllers Formulierungen geläufiger Ost-West-Dichotomien findet die Rezensentin einerseits "hilfreich und prägnant", sie weist aber zugleich darauf hin, dass die Welt nur zu "pädagogischen Zwecken" so dichotom aufgeht, was sie, weil es sich um eine Einführung handelt, noch mal so durchgehen lässt. Insgesamt bietet Möllers "methodisch anregende" Einführung nach Einschätzung der Rezensentin "reichen Stoff zum Nachdenken". Sie hätte sich aber gewünscht, dass Möller den Daoismus mehr aus dem Kontext einer allgemeinen Geistesgeschichte des frühen Chinas heraus dargestellt hätte.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…