Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 20.03.2010, 13.13 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jerry Kramsky, Lorenzo Mattotti

Doktor Jekyll und Mister Hyde

Frei nach der Erzählung von Robert Louis Stevenson

Cover: Doktor Jekyll und Mister Hyde

Carlsen Verlag, Hamburg 2002
ISBN-10 3551761485
ISBN-13 9783551761484
Gebunden, 64 Seiten, 20,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Text: Lorenzo Mattotti, Jerry Kramsky. Zeichnungen: Lorenzo Mattotti. Aus dem Italienischen von Rossi Schreiber. Wer ist dieser unheimliche Edward Hyde, der nachts durch die düsteren Straßen des victorianischen London streift? Warum befällt jeden, der ihn sieht, ein unbeschreibliches Grauen? Und welche Macht hat er über den angesehenen Arzt Henry Jekyll, der diesem Gewalttäter offenbar Zuflucht gewährt? Bald ist es Gewissheit: Dr. Jekyll und Mr. Hyde verbindet ein schreckliches, ungeheuerliches Geheimnis!

Möchten Sie dieses Buch kommentieren?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2002

Dank des Gleichgewichts zwischen Werktreue und persönlichem Zugriff ein interessantes Beispiel für die gelungene Comicadaption eines literarischen Stoffes, findet Rezensent Christian Grasser. Das Duo Mattotti und Kramsky würden zwar über weite Strecken den originalen Text übernehmen, doch hätten sie entscheidende Eingriffe vorgenommen. Die um Jekylls Abschiedsbrief artikulierte Geschichte hätten sie in die zwanziger Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts verlegt, die Zeit, in der "das Böse die politische Bühne" erobert hätte. Dies wiederum ermögliche Mattotti, Hydes wüste Exzesse mit "Otto-Dix- und George-Grosz-Zitaten zu schärfen. Dennoch vermisst der Rezensent bisweilen die Dichte und Poesie, die Mattottis eigene Comic-Romane seiner Meinung nach auszeichnen und hat den Eindruck, der prominente Comiczeichner würde sich hinter den spektakulären Bildern verstecken. Der Lustgewinn bei deren Betrachtung scheint jedoch beträchtlich gewesen zu sein. Der Rezensent im O-Ton: "Der Zeichner verquickt seine Zitate aus der Malerei mit klug reflektierten Comic-Klischees, er bricht wirbelnde und leuchtende Bilder mit elegischen Stimmungen oder Abstürzen in dunkle Abgründe der Einsamkeit und Verzweiflung".

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.04.2002

Der neue Band, frei nach dem Roman von Robert Louis Stevenson, reiht sich, wie Fritz Göttler findet, durchaus ein ins Gesamtwerk des Comic-Künstlers Lorenzo Mattotti: diesen Moment, da der Held "noch einmal zum Kind wird", gibt es, als Sehnsucht wenigstens, in all seinen Büchern. Die Erzählung und die Bilder sind von außerordentlicher Bewegtheit, das Prinzip der Gestaltung wie des "labyrinthischen" Erzählens ist, meint der Rezensent, der Jazzmusik verwandt, die zeichnerische ligne claire lasse der Fantasie des Betrachters alle Freiheiten. Edinburgh, der Ort der Handlung, wird im Comic, so Göttler, zur "futuristischen Stadt". Bedrängend die "Farborgien" des Alltags und erst recht des Rauschs und der "sexuellen brutalen Exzesse". Ein Urteil gibt es, wie bei diesem Rezensenten üblich, nicht explizit: die emphatische Nachempfindung des Werks spricht jedoch für sich.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Das andere Ende der LeinePatricia B. McConnell: Das andere Ende der Leine
Aus dem Englischen von Gisela Rau. Dies ist eigentlich kein Buch über Hundeerziehung, sondern eines über ...

Buch: Sozialistische GesetzlichkeitMichael Stolleis: Sozialistische Gesetzlichkeit
Dieses Buch bietet eine erste Gesamtdarstellung der Staats-, Verwaltungs- und Völkerrechtslehre in der DDR. ...

Archiv: Bücherschauen

Vexierspielkünstler

20.03.2010: Die FAZ hat Denis Johnsons Thriller "Keine Bewegung!" gelesen und freut sich über das Gespür des Autors für kriminelle Loser. Die FR folgt der zehnjährigen Dora durch Jacques Roubauds Abenteuer und Geheimnis verheißenden "Verwilderten Park". Sehr anregend findet die NZZ Eric Hobsbawms Buch über "Globalisierung, Demokratie und Terrorismus". Die taz spürt einen Hauch von Erlösung in Don DeLillos Roman "Der Omega-Punkt". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Francois Walter: Katastrophen

15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen

Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst

11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen

Necla Kelek: Himmelsreise

08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren