Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.04.2002
Aram Mattioli widmet sich in einem Essay den Aspekten der Persönlichkeit Jacob Burckhardts, denen sich seine Anhänger gar nicht oder nur peinlich berührt zuwenden: seinem Antisemitismus zuallererst. Keineswegs gibt es, wie oft behauptet, so Mattioli, diese Tendenzen nur in der privaten Korrespondenz, den rassistischen Zug hält der Autor auch in den großen historischen Studien für unübersehbar: die Griechen als Genies, "Araber, Mongolen, Indianer, 'die Wilden' bleiben außer Betracht". Der Rezensent Hanno Helbling mahnt, dass diese Tatsachen weniger zur Grundlage einer Wertung zu nehmen seien - es bleibe, findet er, natürlich genug zu bewundern übrig an Burckhardt -, sondern zur Einsicht in die "radikale Zeitbedingtheit" des großen Kulturhistorikers verhelfen sollten.
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