Andrei Makine

Tochter eines Helden

Roman
Cover: Tochter eines Helden
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2002
ISBN 9783455051391
Gebunden, 206 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Russland nach Kriegsende. In einem zerstörten Land versuchen Iwan und seine junge Frau Tanja sich ihren Traum von Liebe und einem friedlichen Leben zu erfüllen. Leichtsinnig profitiert das unpolitische Paar vom Schutz, den ihnen Iwans Heldenorden gewährt. Unbehelligt entkommen sie den Schergen Stalins und dem Hunger auf dem Land. Ihr Glück wird mit der Geburt der Tochter Olga gesegnet...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.04.2002

Kein gutes Haar lässt Sonja Zekri an dem Erstling des in Frankreich lebenden russischen Schriftstellers Makine, der eigentlich aus Sibirien stammt, aber dank seiner französischen Großmutter immer französisch sprach und sogar schreibt. Was ihm in Paris, wo er sich Anfang der neunziger Jahre niederließ, niemand glauben wollte, weshalb er für seinen ersten Roman "Tochter eines Helden", der erst jetzt auf Deutsch erscheint, eine Übersetzerin erfand, weil das authentischer wirkte. Zekri berichtet diese hübsche Anekdote wie auch von Makines literarischem Senkrechtstart, nachdem sein zweites Buch - das erste hatte keinen Verlag gefunden - gleichzeitig den Prix Goncourt und den Prix Medicis erhalten hatte. Makines schneller literarischer Ruhm verdankt sich, so Zekri, nostalgiegetränkten, bilderschweren Romanen, die ein wenig originelles Russlandbild transportieren. "Die Tochter eines Helden", eines ehemaligen Stalinveteranen, etwa schwankt zwischen slawischer Weltanschauung und westlichen Versuchungen, die Gräuel des Krieges werden ausgeschlachtet, weshalb sich für Zekri dieser Erstling ohnehin wie die Ouvertüre zu Makines späterem Werk "Das russische Requiem" liest, worin Jahrhundertkriege, Lagertote, Imperiumsuntergang und Kapitalismuskritik zu einem gewaltigen Epos vermengt würden. Für Zekri stellt Makine "literarisches Gutmenschentum" und ein völlig klischeehaftes Russland zur Schau.

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