

Thomas Lackmann
Jewrassic Park. Wie baut man (k)ein Jüdisches Museum
Philo Verlag, Berlin 2000
Mit zahlreichen Abbildungen. Das avantgardistische Architektur-Gebirge an der Kreuzberger Lindenstraße hat in seiner zehnjährigen Baugeschichte bereits mehrere Namen erhalten. Als die Debatte um den Zweck des Gebäudes sich ideologisch zuspitzte, sprach man vom "Libeskindbau", in dem das "Jüdische Museum im Berlin Museum" Platz finden sollte. Doch dieses "Jüdische Museum im Berlin Museum" ist nie eröffnet worden. Autonom seit 1998 setzt das Museum seinen Raumanspruch auf den kompletten Libeskindbau erfolgreich durch. Aber wird es sich dabei, wie ein reines Geschichtsmuseum, ausschließlich der Kultur toter Juden widmen - oder findet das kontroverse Selbstverständnis der Überlebenden gerade in diesem Haus sein Forum? Thomas Lackmann entdeckt in der Zeitgeschichte des Jüdischen Museums Berlin die aktuellen Obsessionen und Verdrängungen, die Identitäts- und Integrationsfragen multikultureller Gesellschaften der Deutschen wie der Juden in aller Welt: eine Provinz-Farce aus dem Milieu des noch nicht vergangenen West-Berlin.