Kolonialheld für Kaiser und Führer. General Lettow-Vorbeck. Eine Biografie

Ch. Links Verlag, Berlin 2006
Bis heute umgibt den hoch dekorierten Soldaten des Ersten Weltkrieges der Mythos des unbesiegten, ritterlich kämpfenden und genialen Generals, der mit seinen "treuen" Askari einer gewaltigen Übermacht getrotzt hat und das deutsche Kolonialreich tapfer verteidigte. Dazu trug nicht zuletzt sein Erinnerungsband "Heia Safari!" bei. Die Bundeswehr benannte nach ihm Kasernen, in zahlreichen westdeutschen Städten tragen Straßen noch den Namen Lettow-Vorbeck. Doch sein brutales und skrupelloses Vorgehen gegen die Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) und seine grausame Kriegsführung in Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) werden dabei ebenso ausgeblendet wie seine Beteiligung am reaktionären Kapp-Putsch 1920 in Deutschland und seine Unterstützung der Nationalsozialisten. Hitler diente er als begeisterter Kolonialpropagandist. Uwe Schulte-Varendorff hat über Jahre die Akten des Reichskolonialamtes, der Deutschen Kolonialgesellschaft, des Reichsjustizministeriums, des Reichsministeriums des Innern, der Reichskanzlei und des Reichslandbundes ausgewertet, um auf neuer Quellengrundlage eine umfassende kritische Biografie vorzulegen.

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