

Vincenzo Consolo
Retablo. Roman
Folio Verlag, Wien 2005
Aus dem Italienischen von Maria E. Brunner. Fabrizio Clerici, Maler, Spross einer der mächtigsten Familien Mailands, tritt eine Reise nach Sizilien an, zu den Stätten der Antike, um auf den Spuren der siculo-griechischen Kulturen und Sprachen seine Angebetete, Teresa Blasco, zu vergessen. In Palermo an Land gegangen, heuert der Künstler einen entlaufenen Mönch als ortskundigen Führer an - Isidoro, der aus Liebe zur blutjungen Rosalia den Ertrag aus Ablassverkäufen unterschlägt und sich aus dem Kloster davonstiehlt. Der Liebeswahn des einen spiegelt sich im Liebeswahn des anderen auf einer höheren gesellschaftlichen Ebene wider. Consolos Sprache ist ein Pastiche, eine vielfach gewirkte Kunstsprache aus lombardischen und sizilianischen Dialekten, Gelehrtensprache des 18. Jhs. und meditativen wie umgangssprachlichen Tönen.