

Ninon Hesse
Lieber, lieber Vogel. Briefe an Hermann Hesse
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000
Herausgegeben von Gisela Kleine. Ninon Hesse (1895-1966), die Gefährtin Hermann Hesses während seiner letzten 35 Lebensjahre, war eine außergewöhnliche Frau. Das zeigt sich einmal mehr anhand dieser Briefe aus fünf Jahren. Der erste dieser bisher unveröffentlichten Briefe stammt aus dem Jahr 1910, als die 14jährige Gymnasiastin aus Czernowitz nach der Lektüre des "Peter Camenzind" an den Dichter schrieb, der 20 Jahre später ihr Mann werden sollte. Die Briefe schildern den abenteuerlichen Weg, den die in Wien Medizin, Kunst und Archäologie studierende und seit 1918 mit dem bekannten Karikaturisten B. F. Dolbin verheiratete junge Frau einschlug. 1927 brach sie alle Brücken hinter sich ab, verkaufte ihr Elternhaus, löste ihren Wiener Hausstand auf und beschloss, Hesse aus einer lebensbedrohenden Krise zu retten.