Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ninon Hesse

Lieber, lieber Vogel

Briefe an Hermann Hesse

Cover: Lieber, lieber Vogel

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN-10 3518411284
ISBN-13 9783518411285
gebunden, 620 Seiten, 32,72 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Gisela Kleine. Ninon Hesse (1895-1966), die Gefährtin Hermann Hesses während seiner letzten 35 Lebensjahre, war eine außergewöhnliche Frau. Das zeigt sich einmal mehr anhand dieser Briefe aus fünf Jahren. Der erste dieser bisher unveröffentlichten Briefe stammt aus dem Jahr 1910, als die 14jährige Gymnasiastin aus Czernowitz nach der Lektüre des "Peter Camenzind" an den Dichter schrieb, der 20 Jahre später ihr Mann werden sollte. Die Briefe schildern den abenteuerlichen Weg, den die in Wien Medizin, Kunst und Archäologie studierende und seit 1918 mit dem bekannten Karikaturisten B. F. Dolbin verheiratete junge Frau einschlug. 1927 brach sie alle Brücken hinter sich ab, verkaufte ihr Elternhaus, löste ihren Wiener Hausstand auf und beschloss, Hesse aus einer lebensbedrohenden Krise zu retten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.07.2000

Margrit Irgang lobt den von Gisela Kleine herausgegebenen Band mit Briefen von Ninon Hesse an ihren Mann in leisen Tönen. Da die frühen Briefe Hermann Hesses an seine dritte und sehr viel jüngere Ehefrau bis 2008 gesperrt sind, beschränkt sich die Herausgeberin, die sich bereits mit einer "klugen Biographie", so Irgang, um Ninon Hesse verdient gemacht hat, auf die Dokumentation ihrer Briefe und ihres Werdegangs. Spannend findet die Rezensentin, wie sich Ninon Hesse ihren "geistigen Raum" erobert, und, obwohl sie der Promotion in Kunstgeschichte zugunsten ihres Mannes entsagt hat, eigene Reisen nach Griechenland und Italien unternimmt. Zur Veröffentlichung ihrer Forschungen sei es allerdings nie gekommen, lässt uns die Rezensentin wissen. Sie kommt zu dem Schluss, dass diese Briefe mehr als ein - nach heutigem Verständnis - verfehltes Leben zeigen.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2000

Schon mit vierzehn Jahren hat Ninon Hesse, geb. Auslaender ihren ersten Brief an den Dichter geschrieben. In einer ausführlichen Rezension, die manch skurriles Detail über Hermann Hesse enthält, bezeichnet Walter Hinck diesen Brief als "das Anfangsglied einer Kette, die Ninon und Hesse immer fester aneinander binden sollte". Hinck gibt nun sehr anschaulich das Bild wieder, dass er von Ninon Hesse beim Lesen ihrer Briefe an ihren Mann gewonnen hat. Beschreibt - manchmal mit fast zärtlicher Bewunderung - die Frau, die sich von einer selbstlos Hingebenden zum Menschen mit den "Umrissen einer großen Weltoffenheit und geistigen Neugier" entwickelte. Aber nicht nur Ninon Hesses Briefe, auch die Edition selbst hat Eindruck auf den Rezensenten gemacht. "Abweichend vom bisherigen Regelfall" sind Anmerkungen und Kommentare nicht in den Anhang "verbannt", sondern schließen unmittelbar an die Briefe an, lobt Hinck. Lästiges Vor- und Zurückblättern erübrigt sich so.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren