Auf Seelenspitzen. Roman

Fretz und Wasmuth Verlag, München 2000
Aus dem Französischen von Doris Heinemann. Es ist fünf vor neun. Naïla schläft immer noch, und es wäre der absolute Horror, wenn Fabienne uns beide fände: nackt, ineinander verschlungen, sie so jung und ich tot. Ich weiß überhaupt nichts über das, was sich ereignen wird, und ich habe auch keinerlei Vorahnung. Nur vage Befürchtungen, ein Gefühl der Dringlichkeit. Ich klammere mich an den Anblick meines Körpers, an den Wohnwagen, an die Gegenwart. Ich flehe Naïla an, aufzuwachen, mich zu schütteln, meinen Puls zu fühlen, sich klarzumachen, was passiert ist. Vor allem keine Aufregung. Du bist nicht für mich verantwortlich. Ich liebe dich. Beseitige die Spuren deines Hierseins, die Überbleibsel unserer gemeinsamen Nacht, pass auf, dass dich niemand sieht und geh - bitte. Tu es für mich. Halt dich aus dem Drama heraus - ich rechne mit dem Schlimmsten.

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