Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Didier van Cauwelaert

Auf Seelenspitzen

Roman

Cover: Auf Seelenspitzen

Fretz und Wasmuth Verlag, München 2000
ISBN-10 3502101108
ISBN-13 9783502101109
gebunden, 286 Seiten, 20,40 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Doris Heinemann. Es ist fünf vor neun. Naïla schläft immer noch, und es wäre der absolute Horror, wenn Fabienne uns beide fände: nackt, ineinander verschlungen, sie so jung und ich tot. Ich weiß überhaupt nichts über das, was sich ereignen wird, und ich habe auch keinerlei Vorahnung. Nur vage Befürchtungen, ein Gefühl der Dringlichkeit. Ich klammere mich an den Anblick meines Körpers, an den Wohnwagen, an die Gegenwart. Ich flehe Naïla an, aufzuwachen, mich zu schütteln, meinen Puls zu fühlen, sich klarzumachen, was passiert ist. Vor allem keine Aufregung. Du bist nicht für mich verantwortlich. Ich liebe dich. Beseitige die Spuren deines Hierseins, die Überbleibsel unserer gemeinsamen Nacht, pass auf, dass dich niemand sieht und geh - bitte. Tu es für mich. Halt dich aus dem Drama heraus - ich rechne mit dem Schlimmsten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.06.2000

Rezensent Thomas Laux scheint von dem Roman des Franzosen Cauwelaert etwas genervt zu sein. Zum Inhalt: Der plötzlich verstorbene Ich-Erzähler erhebt sich über seine sterblichen Überreste und begleitet aus der ungewohnten Vogelperspektive die Gefühle und Gedanken seiner Mitmenschen. Diese scheinen auch ohne ihn gut zurechtzukommen. Das Buch des Gouncourt-Preisträger (1996) hat nach Meinung von Laux offenbar ein Hauptmanko: ein ?allwissender Erzähler ?, der wie ein ?zu Ausfällen neigender Fußballtrainer? das Geschehen beobachtet und kommentiert, ohne direkt eingreifen zu können. Weniger Quasseln hätte dem Witz im Roman besser getan, so das Fazit.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.06.2000

Als "Jenseitsgeplauder" bezeichnet Sacha Verna diesen aus dem Französischen übersetzten Roman. Der aus der Perspektive des bereits Verschiedenen vom Tod-Sein und aus seinem Leben berichtende Ich-Erzähler liefert, laut Verna, kaum mehr als Plaudereien: Da gibt es die trauernde Gattin, die bald einen anderen findet und eine zum Buddhismus bekehrte ältere Dame, die sich ihm als "Geistführerin" anbietet, dazu Kindheitserinnerungen und sowohl komische als auch tiefsinnige Sprüche aus dem Sein und Nichtsein in einer Kleinstadt. Hätte der Autor am Schluss dem Ganzen nicht noch ein "postmodernes Sahnehäubchen" verpasst, in dem er die Fiktionalität seines Protagonisten heraushebt, dem nur durch das Schreiben des Schreibers und das Lesen des Lesers Leben eingehaucht wird, wäre das alles nicht mehr als "leicht verdauliche Kost". Und eigentlich ist es das auch mit diesem eher "plumpen Zaubertrick" geblieben, befindet Verna.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren