Kleine Geschichte der arabischen Literatur. Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart

C.H. Beck Verlag, München 2004
Mit diesem Buch liegt seit langem wieder ein umfassender Überblick über die Geschichte der arabischen Literatur in deutscher Sprache vor. Die Autorin porträtiert anschaulich die wichtigsten Autoren und Werke von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart und macht mit den unterschiedlichen Gattungen bekannt. Ein unentbehrlicher Führer für alle, die auf dem weitverzweigten Basar der arabischen Literaturgeschichte die Hauptwege und Höhepunkte, aber auch kuriose Nischen und verborgene Kostbarkeiten entdecken wollen. Zwischen 800 und 1250 blühten in Bagdad Bildung und Gelehrsamkeit. Die dortigen Kalifenbibliotheken sollen um das Jahr 1000 rund hunderttausend Bände besessen haben. Bis heute ist Arabisch weltweit eine der wichtigsten und interessantesten Literatursprachen. Dieses Buch macht allgemeinverständlich mit der langen, bis heute glanzvollen Geschichte der arabischen Literatur bekannt. Die Autorin führt in die Besonderheiten der arabischen Sprache und die Literaturproduktion ein und beschreibt die arabische Poesie von den vorislamischen Beduinendichtern bis zur Vielfalt der klassischen und nachklassischen Lyrik. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Prosa, die unter anderem historische, geografische und biografische Werke, Fürstenspiegel und belehrend-unterhaltsame Literatur und nicht zuletzt Werke der Volksliteratur wie Tausendundeine Nacht umfasst. Seit dem 19. Jahrhundert setzten sich in der arabischen Welt zunehmend europäische Kultureinflüsse durch. Bisher unbekannte Gattungen wie Roman, Novelle, Kurzgeschichte und Drama wurden übernommen und mit neuen, oft zeitkritischen Inhalten besetzt. In der Poesie wirkte der Bruch mit jahrhundertealten formalen und auch inhaltlichen Konventionen geradezu revolutionär. Zugleich wurde aber auch die eigene Tradition neu entdeckt, so dass das reiche Erbe der arabischen Literatur bis in die Gegenwart weiterlebt.

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