Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Wiebke Walther

Kleine Geschichte der arabischen Literatur

Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart

Cover: Kleine Geschichte der arabischen Literatur

C. H. Beck Verlag, München 2004
ISBN 9783406522437
Gebunden, 336 Seiten, 27,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Mit diesem Buch liegt seit langem wieder ein umfassender Überblick über die Geschichte der arabischen Literatur in deutscher Sprache vor. Die Autorin porträtiert anschaulich die wichtigsten Autoren und Werke von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart und macht mit den unterschiedlichen Gattungen bekannt. Ein unentbehrlicher Führer für alle, die auf dem weitverzweigten Basar der arabischen Literaturgeschichte die Hauptwege und Höhepunkte, aber auch kuriose Nischen und verborgene Kostbarkeiten entdecken wollen. Zwischen 800 und 1250 blühten in Bagdad Bildung und Gelehrsamkeit. Die dortigen Kalifenbibliotheken sollen um das Jahr 1000 rund hunderttausend Bände besessen haben. Bis heute ist Arabisch weltweit eine der wichtigsten und interessantesten Literatursprachen. Dieses Buch macht allgemeinverständlich mit der langen, bis heute glanzvollen Geschichte der arabischen Literatur bekannt. Die Autorin führt in die Besonderheiten der arabischen Sprache und die Literaturproduktion ein und beschreibt die arabische Poesie von den vorislamischen Beduinendichtern bis zur Vielfalt der klassischen und nachklassischen Lyrik. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Prosa, die unter anderem historische, geografische und biografische Werke, Fürstenspiegel und belehrend-unterhaltsame Literatur und nicht zuletzt Werke der Volksliteratur wie Tausendundeine Nacht umfasst. Seit dem 19. Jahrhundert setzten sich in der arabischen Welt zunehmend europäische Kultureinflüsse durch. Bisher unbekannte Gattungen wie Roman, Novelle, Kurzgeschichte und Drama wurden übernommen und mit neuen, oft zeitkritischen Inhalten besetzt. In der Poesie wirkte der Bruch mit jahrhundertealten formalen und auch inhaltlichen Konventionen geradezu revolutionär. Zugleich wurde aber auch die eigene Tradition neu entdeckt, so dass das reiche Erbe der arabischen Literatur bis in die Gegenwart weiterlebt.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Kleine Geschichte der arabischen Literatur - mehr bei C.H. Beck

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.04.2005

Ziemlich enttäuscht zeigt sich Rezensent Ludwig Ammann von Wiebke Walthers "kleiner Geschichte der arabischen Literatur". Schon die stoffliche Eingrenzung, die die Tübinger Arabistin vornimmt, ist ihm ein Dorn im Auge: im Wesentlichen konzentriert sich der Band nämlich auf die arabische Literatur in islamischer Zeit bis 1800, während die altarabische Literatur auf nur 11 Seiten, die moderne Poesie und Prosa auf lediglich 20 Seiten abgehandelt wird. Er moniert zudem, dass Walther die Adab-Werke auf Kosten der restlichen Literatur in den Mittelpunkt stellt. So blieben für die gesamte Dichtung, für Koran und Hadith, für historische, geographische und Reiseliteratur nur noch knappe fünfzig Seiten. Auch Walthers Art der Darstellung kann Ammann kaum etwas abgewinnen. Er hält ihr vor, nicht zu erzählen, sondern ihren Stoff nur aufzuzählen und abzuhaken. Zudem vermisst er nicht nur Textbeispiele und Näheres zu den geistesgeschichtlichen und gesellschaftlichen Kontexten, sondern auch eine literaturwissenschaftlich anspruchsvolle, problemorientierte Durchdringung des Stoffs. Und so resümiert Ammann: "Dies ist eine staubtrockene Inventur der arabischen Literatur."

Gebraucht finden bei abebooks

Bestellen bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2004

Leider leider, seufzt Stefan Weidner, bleibe ihm nichts anderes übrig, als dieses Buch nicht zu empfehlen. Obwohl zur Zeit gar keine andere "Geschichte der arabischen Literatur" auf dem Markt sei. Die Autorin, eine Tübinger Arabistin, hat sich seines Erachtens nicht genügend getraut. Statt - wie er selbst - einen Essay zu schreiben, in dem sie sich zu ihren Lücken, aber zugleich zu einer Meinung hätte bekennen können, habe sie  versucht, bemängelt Weidner, einen Überblick zu gewährleisten, der beim Umfang des Themas, gar nicht zu leisten sei. Dabei herausgekommen ist nun ein akademisches Sachbuch, langweilig und oberflächlich, meint Weidner. Ein "methodologischer Rückfall in biografistische Literaturgeschichtsschreibung", schimpft der Rezensent. Auf Unverständnis stößt bei ihm auch die Tatsache, dass ausgerechnet die Gattung, die den Arabern als wichtigster Bestandteil ihrer Literatur gilt, nämlich die Lyrik, nur stiefmütterlich behandelt wird. Vollends böse wird er angesichts der Tatsache, dass die Verfasserin sich für eine angeblich dem Deutschen nahestehende neue Umschrift aus dem Arabischen entschieden hat: für Laien seien damit viele anders eingeführte Namen gar nicht mehr erkennbar, ein Vorwurf, der auch an den Verlag geht, der diesbezüglich hätte einschreiten müssen, meint Weidner.

Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Bestellen bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.09.2004

Es hat sich viel getan in den letzten Jahren, was die Vermittlung der arabischen Literatur im deutschen Sprachraum angeht, stellt die Rezensentin Erdmute Heller fest. Besonders verdienstvoll findet sie die Reihe Neue Orientalische Bibliothek bei C.H. Beck, der jetzt diese Literaturgeschichte sozusagen begleitend zur Seite gestellt wird. Auf etwas mehr als 300 Seiten soll nicht weniger als die gesamte, einen Zeitraum von 1500 Jahren umspannende arabische Literatur vorgestellt werden. Und im ganzen, meint die Rezensentin, ist das der Autorin durchaus gelungen. Man wird über die altarabischen Anfänge der Poesie, über die "Kunstform der Kasside", über die "frivole Liebesdichtung eines Umar Ibn Abi Rabi'a" informiert, aber auch über die "arabische Literatur in islamischer Zeit bis etwa 1800". Auf der Darstellung der letzteren liegt der Schwerpunkt. Schlecht gewichtet sind, wie Heller findet, nur die beiden chronologischen Enden. Während sich Walther bei den Anfängen in den "Mäandern akademischer Gründlichkeit" verliere, komme die Literatur seit 1800, besonders die der Gegenwart, allzu kurz. Gravierendes Beispiel: Über die bis heute einmalige Revolution der sechziger Jahre rund um die Zeitschrift "Schi'ir" erfahre man wenig. Dennoch: "Ein wichtiges Buch".

Gebraucht finden bei abebooks

Bestellen bei buecher.de
Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern | Share on Google+

Wiebke Walther

Wiebke Walther ist apl. Professorin für Arabistik und Islamkunde an der Universität Tübingen. Für ihr Gesamtwerk, das auch Übersetzungen moderner arabischer Literatur umfasst, wurde sie mit dem Rückert-Preis der Stadt ... mehr lesen

Anzeige
C.H. Beck bei Facebook

Bücher zum gleichen Themenkomplex

Freely, John: Platon in Bagdad. Wie das Wissen der Antike zurück nach Europa kam

Bestellen bei buecher.deCover: Platon in Bagdad

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 3608947663, Gebunden, 388 Seiten, 24,95 EUR

Ein Who is Who der Denker, Sterndeuter und Naturforscher: von den griechischen Anfängen über die Blütezeit der islamischen Gelehrsamkeit bis ins frühneuzeitliche Westeuropa. Diese Geschichte des Wissenstransfers beginnt im 7. Jahrhundert v. Chr. in Ionien an der kleinasiatischen Küste. Naturphilosophen wie Thales von Milet erforschen hier Himmel... mehr lesen

El-Gawhary, Karim: Alltag auf Arabisch. Nahaufnahmen von Kairo bis Bagdad

Bestellen bei buecher.deCover: Alltag auf Arabisch

Kremayr und Scheriau Verlag, Wien 2008, ISBN 3218007836, Gebunden, 224 Seiten, 19,90 EUR

Inmitten von Krieg und Krisen versuchen die Menschen, ein ganz normales Leben zu führen.Viel Amüsantes ist dabei: Wie steuert man schweißgebadet einen Neuwagen durch Kairo? Wie übt man Gelassenheit angesichts der kafkaesken Arabesken aus 7000 Jahren ägyptischer Bürokratie? Der Kampf ums tägliche Überleben:... mehr lesen

Mumford, Steve: Bagdad Journal. Bilder aus dem besetzten Irak

Bestellen bei buecher.deCover: Bagdad Journal

Carlsen Verlag, Hamburg 2006, ISBN 3551741247, Gebunden, 191 Seiten, 38,00 EUR

Steve Mumford, ein Maler aus New York, gewährt mit diesem Band einen Einblick in das Leben im besetzten Irak. Er hat dieses geschundene Land mehrmals in den Jahren 2003 und 2004 bereist und dabei stets den Zeichenstift zur Hand gehabt. In über 190 Bildern hat er seine Eindrücke festgehalten. Dabei zeigt er Künstler, Händler,... mehr lesen

Nijhuis, Minka: Khalas Haus. Eine Familie überlebt in Bagdad

Bestellen bei buecher.deCover: Khalas Haus

Herder Verlag, Freiburg 2006, ISBN 3451292750, Gebunden, 221 Seiten, 19,90 EUR

Aus dem Niederländischen von Isabell Schmidtke. Fast täglich neue Gewalt: die Meldungen aus Bagdad haben traurige Vertrautheit erlangt. Vom täglichen Leben erfährt man nicht viel. Minka Nijhuis hatte Gelegenheit, bei einer Familie unterzukommen und an ihrem Alltag teilzunehmen. Mit Mut und Humor macht die kleine Familie das Beste... mehr lesen

Malzahn, Claus Christian: Die Signatur des Krieges. Berichte aus einer verunsicherten Welt

Bestellen bei buecher.deCover: Die Signatur des Krieges

Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2005, ISBN 3882218533, Gebunden, 224 Seiten, 19,80 EUR

Die Signatur des Krieges erzählt vom Alltag im Ausnahmezustand, von Kriegen und Krisen, und wie sie die Menschen verändern. Claus Christian Malzahn schildert aus persönlicher Perspektive, wie wir in den vergangenen zwei Jahrzehnten aus der waffenstarren Stabilität des Kalten Krieges in eine neue Epoche der Angst hineingerutscht... mehr lesen

Archiv: Buchautoren