Reden und Schriften aus drei Jahrzehnten

Horlemann Verlag, Bad Honnef 2001
Herausgegeben von Asit Datta. Mit der Unabhängigkeit des "kleinen" ostafrikanischen Landes Tanganyika im Jahr 1961 wurde der gewaltlose Freiheitskämpfer schlagartig weltbekannt: Julius K. Nyerere. Drei Jahre später gelang es ihm, das Land mit der Insel Sansibar zusammenzufügen und den neuen Staat Tansania zu bilden. In den 60er und 70er Jahren scheiden sich die Geister im Westen an Nyerere. Dies lag daran, dass Nyerere so mutig war zu versuchen, aus unzähligen Stammesgesellschaften eine einheitliche Nation zu bilden und dafür den Begriff "afrikanischer Sozialismus" einzuführen. Doch der Begriff "Sozialismus" war zu negativ besetzt; in den Zeiten der Hallstein-Doktrin und der Ost-West-Konfrontation scheiterten alle Versuche Nyereres, die eigentliche Bedeutung des von ihm kreierten Begriffs zu diskutieren. Man weigerte sich im Westen, die feinen Unterschiede überhaupt wahrzunehmen. Nyerere, einer der herausragenden Politiker des 20. Jahrhunderts, war in der Lage, nicht nur seine Reden selbst zu schreiben, sondern auch seine Vision und seine politischen Ziele theoretisch zu begründen...

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