

Zbigniew Herbert
Herrn Cogitos Vermächtnis. 89 Gedichte
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000
Aus dem Polnischen von Karl Dedecius, O. J. Tauschinski und Klaus Staemmler. "Herrn Cogitos Vermächtnis" ist ein Vermächtnis Zbigniew Herberts an seine Leser: 89 Gedichte, vom Autor selbst ausgewählt aus allen Phasen seines Lebens, das von den Ereignissen des 20. Jahrhunderts nicht zu trennen ist. Vordergründig schlicht, hintersinnig verschmitzt, ernst und heiter zugleich erzählt Herbert von ganz alltäglichen Dingen: von einer Welle, einem Zweig, einem Kieselstein, der Grazie einer Bewegung. Und ebenso unnachahmlich verarbeitet er zeitgeschichtliche Erfahrungen, die man selten ergreifender und anschaulicher zu lesen bekommt als bei diesem Dichter der leisen Töne: Am schönsten ist Nike / wenn sie zögert / die rechte hand an die luft gelehnt / herrlich wie ein befehl / aber die flügel zittern. Die Sinnlosigkeit des Krieges in einem, das Bekenntnis zur Schönheit des Lebens im nächsten Gedicht, das erzeugt die Magie dieser Sammlung, in der manche bekannte Gedichte neu überarbeitet, andere erstmals auf Deutsch zu lesen sind.