

Babette Quinkert
Propaganda und Terror. Die deutsche "geistige" Kriegführung gegen Zivilbevölkerung und Partisanen. Diss.
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2010
Kopyl im Juni 1942: Einen Tag, nachdem deutsche Polizei in dem weißrussischen Ort etwa 1.000 jüdische Frauen, Männer und Kinder ermordet hatte, erschien dort eine Propaganda-Staffel der Wehrmacht, hielt Vorträge und verteilte Flugblätter sowie Zeitungen. Terror und Propaganda der Besatzungsmacht waren unlösbar miteinander verknüpft. Die Autorin rekonstruiert anschaulich auch anhand bisher nicht bekannter Akten aus osteuropäischen Archiven die umfangreichen deutschen Propagandaaktivitäten gegenüber Zivilisten und Partisanen. Sie zeigt, dass Propaganda ein systematisch eingesetztes Instrument zur Erreichung der miltärischen und besatzungspolitischen Ziele war. So waren die deutschen Propagandisten an der Vorbereitung und Durchführung der Morde an sowjetischen Funktionären und dem Genozid an der jüdischen Bevölkerung ebenso beteiligt wie an der Ausplünderung des Landes, der Partisanenbekämpfung oder der massenhaften Verschleppung von "Ostarbeitern".