

Julien Torma
Euphorismen. Fragmente und Äußerungen, gesammelt von Jean Montfort
Matthes und Seitz, Berlin 2009
Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Jean Montfort. Diese von Jean Montmort herausgegebene Aphorismensammlung Julien Tormas, des pataphysischsten aller Pataphysiker, erschien erstmals 1926, nach seiner Bekanntschaft u.a. mit Robert Desnos, Rene Crevel und Rene Daumal. In den "Euphorismen" erläutert er seine poetologischen Ideen und wies damit Generationen von Dichtern einen Weg: »Hört auf zu denken« lautet sein Aufruf, um dem Denken "die fundamentale und undenkbare Doppeldeutigkeit zurückzugeben, die die Wirklichkeit selbst ist". Er wollte die Sprache "entknöchern" und der Literatur entreißen. Ein Jahr nach der Veröffentlichung dieses Buches verabschiedete er sich wie Rimbaud von der Literatur. Er reiste viel und bewarb sich schließlich um eine Hauslehrerstelle in Tirol. Ehe er sie antrat, verschwand er "im Berg".