Der Verräter, Stalin, bist Du!. Vom Ende der linken Solidarität 1939-1941. Komintern und kommunistische Parteien im Zweiten Weltkrieg

Aufbau Verlag, Berlin 2009
Die durch Pakt und Vertrag besiegelte offizielle Freundschaft zwischen Hitlerdeutschland und der Sowjetunion zwang die kommunistische Bewegung zu einem unmöglichen Spagat zwischen Anpassung und Antifaschismus. Erst der Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion führte zu einem offensiven Kampf gegen die Nationalsozialisten. Als die Komintern im September 1939 den "französisch-englischen Imperialismus" zum Hauptfeind erklärte und nicht den Aggressor Hitlerdeutschland, waren nicht nur Kommunisten geschockt. In Deutschland weitgehend unbekannte Dokumente, eine Chronik und Kommentare der Herausgeber belegen die Perversion von Denken und Handeln, die Absage an Internationalismus und Solidarität. Thälmann und andere Kommunisten wurden verraten, unangepasste Intellektuelle unterdrückt. Ulbricht forderte, das Wort "Nazi" aus dem Wortschatz der KPD zu streichen. Die Komintern schwieg zu KZs und Judenverfolgung. Stalins Doppelstrategie - willkürliche Neuaufteilung der Welt mit Hitler und Instrumentalisierung der kommunistischen Parteien für seine Ziele - forderte hohen Blutzoll. Hitlers Angriff auf die Sowjetunion zwang zu einer radikalen Wende: eine neue Symbiose von Patriotismus und Antifaschismus, die alle Kräfte zur Verteidigung.

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