Die versunkene Welt. Ein ostpreußisches Dorf in Erzählungen der Leute

Die Andere Bibliothek/Eichborn, Frankfurt am Main 2008
Dieses Buch ist ein Mirakel: die Auferstehung einer versunkenen Welt, deren Bilder für immer vergangen, deren Stimmen für immer verweht zu sein schienen. Klaus Jürgen Liedtke erweckte sie nach zwanzig langen Jahren des Zuhörens, des Aufschreibens, des Sammelns und Sortierens wieder zum Leben, in einer großen Erzählung über Heimat, Flucht und Vertreibung, zusammengewebt aus tausend kleinen Geschichten, in der Schwebe zwischen Fakten und Fiktionen. Wir sehen die Menschen der sieben Höfe eines ostpreußischen Dorfes, Kermuschienen hieß es, wir hören den unverkennbaren Tonfall ihrer Sprache, nehmen ihre Züge wahr, folgen ihren Geschicken von der ersten Flucht im Herbst 1914, als die Armee des Zaren über das Land hereinbrach, bis zur zweiten und letzten Flucht im Januar 1945, als die Rote Armee jenen Winkel der Welt eroberte, bis danach die Häuser zerfielen und die Regungen menschlichen Daseins spärlich wurden.

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