

Mariusz Wilk
Das Haus am Onegasee. Roman
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2008
Aus dem Polnischen von Martin Pollack. 2003 kaufte Mariusz Wilk im Dorf Konda Bereschnaja am Onegasee im Norden von Russland ein riesiges, hundert Jahre altes Holzhaus. Als er es bezog, war es eine Ruine ohne Strom, die 37 Fenster und Türen waren mit Brettern vernagelt, die sechs großen gemauerten Öfen zerstört, der Wind pfiff vom Parterre bis hinauf in die Mansarde. Um das Überleben in dieser fast menschenleeren Gegend zu sichern, musste er selbst Hand anlegen. In dieser Reportage wirft Mariusz Wilk aus einem unwirtlichen Winkel der Welt seinen Blick auf das große Ganze Russland. Er erzählt von den "Skomorochy", wilde russische Minnesänger, die einst den orthodoxen Klerus verhöhnten, vom unerbittlichen Winter und dem Einsetzen des Sommers, der hier nur einen Monat dauert und die Natur gleichsam explodieren lässt.