

Jerome Charyn
Die dunkle Schöne aus Weißrussland. Roman
Alexander Fest Verlag, Berlin 2000
Aus dem Amerikanischen von Eike Schönfeld. "Sie war ein Held, so raubgierig wie die Männer um sie herum, und ihre Schönheit war wie eine Infektion, gegen die sich niemand schützen konnte. Was ich an Gaben habe, an großen oder nicht so großen, habe ich von ihr. Sie teilte meine Geheimnisse, ich war ihr dunkler kleiner Mann, und zwischen uns gab es Liebe und Hass." Mit diesen Worten beschreibt Jerome Charyn die Liebe zu seiner Mutter, der "dunklen Schönen", einer weißrussischen Jüdin, die als Mädchen von Russland nach New York kam und sich nun mit ihrer jungen Familie in der korrupten Bronx der 40er Jahre durchschlägt. In den Kindheitserinnerungen des damals fünfjährigen Charyn läßt er Faigele, wie sie liebevoll genannt wird, mit all ihrem rätselhaften Charme, ihrer Melancholie und doch Lebenstüchtigkeit wiederauferstehen.