Die deutschen Kriegsheimkehrer. Was hat die DDR für sie getan?

Edition Ost, Berlin 2007
Unter Mitarbeit von Elisabeth Ittershagen und Frank Schumann. Hans Reichelt kam am 9. Mai 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach viereinhalb Jahren Internierung kehrte er zurück. Reichelt gehörte der von Otto Grotewohl geführten DDR-Regierungsdelegation an, die im Kreml auch über die Rückführung der letzten in der Sowjetunion internierten Kriegsgefangenen verhandelte. In seinem Buch verbindet der Autor persönliche Erlebnisse mit historisch dokumentierten Vorgängen. Er hat im Bundesarchiv einliegende Zeugnisse gesichtet und belegt, daß die Führung in Ostberlin seit 1946 sich systematisch und ausdauernd für die Freilassung der Millionen deutschen Kriegsgefangenen engagierte und nach deren Heimkehr für ihre Integration in der Nachkriegsgesellschaft sorgte. Als Adenauer im September 1955 nach Moskau reiste, um die letzten knapp 10.000 heimzuholen, war zuvor zwischen Moskau und Ostberlin alles besprochen worden. Ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei diesen Personen zu großen Teilen um rechtmäßig verurteilte Nazi- und Kriegsverbrecher handelt - einige von ihnen kamen später deshalb auch vor deutsche Gerichte -, dankte man seither Adenauer für dessen vermeintliche grandiose diplomatische Intervention. Noch in den 70er Jahren hielt die Mehrheit der Westdeutschen die angeblich schwer erkämpfte Freilassung für Adenauers größte historische Leistung. Dass diese eine Legende ist, wird von Reichelt mit Dokumenten und aus eigenem Erleben überzeugend widerlegt.

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