

Santiago Roncagliolo
Roter April. Roman
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008
Aus dem Spanischen von Angelica Ammar. Es ist Karwoche in Ayacucho, ein düsteres Spektakel von Blut und Exzess. Als der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt Felix Chacaltana, noch neu auf dem Posten in der Andenprovinz, mit seiner ersten Leiche konfrontiert wird, hofft er auf rasche Abwicklung. Erst aber muss er versuchen, mit den hiesigen Machtverhältnissen zurechtzukommen - der Militärkommandant jedenfalls gibt ihm deutlich genug zu verstehen, dass an einer Aufklärung des Falls hier niemand interessiert ist. Doch die Leiche ist so grausig verstümmelt, die Umstände ihres Auftauchens sind so dubios, dass Chacaltana, der an Gesetz und Ordnung glaubt und alles andere als ein Draufgänger ist, nicht anders kann, als weiterzuforschen. Was sind das für Spuren, die auf die Terrororganisation Leuchtender Pfad hinweisen? Und warum drückt ihm der Militärkommandant eine Dienstwaffe in die Hand? Schon bald hat Chacaltana alle Gewissheiten verloren und sieht sich unversehens selbst in einen Strudel aberwitziger Gewalt gezogen.