Das Puschkinhaus. Roman

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007
Aus dem Russischen von Rosemarie Tietze. Leningrad, November 1961. Am Morgen nach den Revolutionsfeierlichkeiten tobt der Wind durch die ausgestorbene Stadt, reißt das Fenster eines kleinen Palais auf und entdeckt den Philologen Ljowa Odojewzew tot am Boden seines verwüsteten Arbeitszimmers liegend, eine Duellpistole Puschkins in der Hand. Mit dieser Szene beginnt Andrej Bitows legendärer Roman, der neben Nabokovs "Gabe", Bulgakows "Meister und Margarita" und Jerofejews "Moskva Petuski" zu den prägenden Büchern einer neuen Autorengeneration in Russland gehörte. Ljowa, Spross eines Adelsgeschlechts, ein indifferenter Held unserer Zeit, zwischen verschiedenen Frauen hin- und hergerissen, hat sich in der Gelehrtenexistenz eingerichtet. Erschüttert von der Begegnung mit dem Großvater, der dreißig Jahre in Arbeitslagern zugebracht hat, wählt Ljowa dennoch den Weg seines Vaters. Väter und Söhne verbindet die Einsicht, dass Flucht, Untreue und Verrat lebensnotwendig sind.

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