

Annette Brauerhoch
Fräuleins und GIs. Geschichte und Filmgeschichte
Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main 2006
Die Umbruchsituation in Deutschland, die Niederlage, die Katastrophe der Vernichtungslager, die verdrängt werden sollte, die Arbeit des Wiederaufbaus: All dies ließ die »Fräuleins« mit ihren GIs als frivoles Element erscheinen. Von den Trümmer- und Liebesfilmen der fünfziger Jahre erinnert man die repressive Form, in der das Geschlechterverhältnis inszeniert wird, aber auch den merkwürdigen Reiz, der insbesondere von den Ruinenlandschaften ausgeht - ein Reiz, den Billy Wilder im prominentesten aller "Fräulein-Filme" - "A Foreign Affair" (1948) - deutlich als erotisches Element ausspielt. Doch welchen Blick auf "das Fräulein" inszenieren zum Teil vergessene Filme wie "Hallo Fräulein!" (Rudolf Jugert, 1949), "Strassenbekanntschaft" (Peter Pewas, 1948) oder "Verboten!" (Samuel Fuller, 1958/59), "Fraulein" (Henry Koster 1958) und "The Big Lift" (George Seaton, 1950)? Welchen Freiraum für Einsichten ermöglichen oder verstellen sie?