

Hermann Schreiber
Straßburg zwischen den Zeiten, zwischen den Völkern
Casimir Katz Verlag, Gernsbach 2006
Die oberrheinische Metropole, deren malerische Altstadt rund um das Münster bereits seit 1988 zum Weltkulturerbe zählt, kann auf eine überaus bemerkenswerte, zweitausendjährige Geschichte zurückblicken. Der militärisch und wirtschaftlich außerordentlich günstig gelegene Platz an den Ufern der Ill und der Mündung zum Rhein war stets eine Nahtstelle zwischen den Völkern, zunächst zwischen Kelten, Römern und Germanen, dann bis in die aktuelle Gegenwart zwischen Deutschen und Franzosen. Die vielfältigen Austausch-beziehungen haben Straßburg und seinen Einwohnern wirtschaftlichen Wohlstand beschert und eine hohe kulturelle Blüte bewirkt. Das Münster, eine der bedeutendsten europäischen Kathedralen, in dem sich deutsche und französische Einflüsse harmonisch verbinden, kann als das augenfälligste Symbol für diese befruchtende Symbiose gelten. Andererseits war Straßburg, zur stärksten Festung ausgebaut, jahrhundertelang ein deutsch-französischer Zankapfel. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Weg zur Aussöhnung frei und Straßburg, der Sitz von Europarat und Europaparlament, die Europastadt schlechthin.