

Susanne Waiz
Auf Gebautem bauen. Im Dialog mit historischer Bausubstanz; Eine Recherche in Südtirol. Deutsch-Italienisch
Folio Verlag, Wien 2006
Der Band "Auf Gebautem bauen" berichtet anhand zahlreicher Projekte in Südtirol über den "Dialog mit historischer Bausubstanz". Walter Hauser macht in seinem Einführungsbeitrag darauf aufmerksam, dass die Tatsache des An- und Weiterbauens bis zur Moderne eine nicht hinterfragte Tradition war, also etwas ganz Selbstverständliches. Dass Konzepte wie der Erhalt der baulichen Substanz zumal im Historismus keine Rolle spielten, widerspricht dem nicht. Erst die architektonische Moderne mit dem Tabula-rasa-Prioritäten begünstigenden "International Style" machte Schluss mit dem Prinzip der wie auch immer verschliffenen Kontinuität. Das Verdienst der Postmoderne war es, erneut darauf aufmerksam zu machen, dass sich nicht jedes bauliche Problem "international" lösen lässt. Das Vergessen, das man der Postmoderne gerne unterstellt, gab ihr überhaupt erst Auftrieb - über die mehr oder weniger geglückten Werke lässt sich natürlich trefflich streiten.