Wendemanöver. Die geheimen Wege zur Wiedervereinigung. Das Ende der Kohl-Legende

Carl Hanser Verlag, München und Wien 2005
Der Zusammenbruch der DDR und der Mauerfall kamen völlig überraschend, Kohl nutzte die Gunst der Stunde und leitete die deutsche Wiedervereinigung ein. Das ist die offizielle Lesart - bis heute. Dieses Buch macht mit der Legende Schluss: Die Hauptakteure der Wende wurden keineswegs von den Geschehnissen 1989 überrascht. Vielmehr war sie das Resultat langjähriger konspirativer Verhandlungen und geheimdienstlich gesteuerter Aktionen zwischen West und Ost. Bereits Anfang der 80er-Jahre finden Geheimgespräche über eine größere Öffnung der Mauer statt. 1983 vermittelt Franz-Josef Strauß der wirtschaftlich angeschlagenen DDR einen Milliardenkredit. Doch das bringt nicht dauerhaft Hilfe: 1986 errechnet das Ministerium für Staatssicherheit in einer Studie den wirtschaftlichen Zusammenbruch der DDR in spätestens vier Jahren. 1987 signalisiert Gorbatschow Kohl eine Lösung der deutschen Frage. 1988 wird ihm der erste Vorschlag gemacht. Kohl ignoriert Gorbatschows Anstoß. Später ist Kohls Ziel eine Konföderation, nicht die Wiedervereinigung, denn er bezweifelt, dass er gesamtdeutsche Wahlen gewinnen kann. Es beginnen geheime Treffen direkt hinter dem Todesstreifen bis zum Fall der Mauer. Was geschah hinter den Kulissen? Standen die vermeintlichen RAF-Morde an von Braunmühl, Herrhausen und Rohwedder im Zusammenhang mit der Wende? Und wo blieben die Devisenmilliarden der DDR?

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