Lulu, Lolita und Alice. Das Leben berühmter Kindsmusen

Edition Ebersbach, Berlin 2005
A. Lavizzari begibt sich auf die Suche nach Kindfrauen, die als Musen das Schreiben der männlichen Schriftsteller beeinflusst haben. Sie findet Kindsbräute im wahrsten Sinne des Wortes wie Sophie von Kühn, die zwölfeinhalb Jahre zählte, als Novalis sie als seine Zukünftige erwählte. Virginia Clemm war dreizehn, als Poe sie ehelichte und ihr seine Dark-Lady-Geschichten widmete, zu denen Virginias geradezu ätherische Zartheit ihn inspiriert hatte.Auch andere im Buch vorgestellte Kindsmusen sind als idealisierte Kindergestalten in Gedichten, Romanen und Essays verewigt worden, die meisten ohne es zu wissen und vor allem ohne sich der Tiefgründigkeit und Art der Gefühle gewahr zu sein, die sie im erwachsenen Verehrer ausgelöst hatten. Mit Wladyslaw Baron Moes, der Thomas Mann als Vorlage für Tadzio in seiner Novelle Tod in Venedig diente, zeigt die Autorin außerdem eine homoerotische Variation der Kindsmuse auf.

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