Ägyptische Geheimnisse

Wilhelm Fink Verlag, München 2004
"Tief ist der Brunnen der Vergangenheit". Wenn irgendwo, dann trifft dieser Satz Thomas Manns auf die altägyptische Religion zu, deren Ursprünge in der Steinzeit liegen. Die Pyramidentexte aus dem 3. Jahrtausend bilden das älteste religiöse Textkorpus der Menschheitsgeschichte. Viele dieser Texte aber waren bis in die römische Kaiserzeit in Gebrauch, so dass noch das Abendland in seinen griechischen und lateinischen Anfängen in diese Brunnentiefe blicken konnte. Herodot meinte, dass die griechischen Götter aus Ägypten stammten. Auch die biblische Überlieferung lässt Israel aus Ägypten hervorgehen, aber nicht im Sinne des Ursprungs, sondern der Konversion. Aus Ägypten musste ausgezogen werden, um in den Monotheismus einzuziehen. Im Unterschied zur biblischen Offenbarungsreligion lässt sich die ägyptische Religion als eine "Geheimnisreligion" bezeichnen. Das Geheimnis gilt hier als der Inbegriff des Heiligen und das Heilige als Inbegriff des Geheimnisvollen. Die Aufsätze dieses Bandes sind aus jahrzehntelangen Forschungen erwachsen und wollen die ägyptische Welt in Nahaufnahmen sichtbar werden lassen.

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