

Pawel Huelle
Castorp. Roman
C.H. Beck Verlag, München 2005
Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall. Im Roman "Der Zauberberg" von Thomas Mann findet sich der Satz, dass die Hauptfigur Hans Castorp einige Semester in Danzig studiert habe - Pawel Huelle hat diese Bemerkung zum Ausgangspunkt für einen Bildungsroman über Castorp in Danzig gemacht. Im Oktober 1904 kommt Hans Castorp nach Danzig, um dort Schiffbau zu studieren. Die Stadt, vor deren melancholischem Sog ihn sein Onkel, Konsul Tienappel, noch gewarnt hatte, zieht den knapp Zwanzigjährigen sofort in ihren Bann. Im benachbarten Zoppot verliebt er sich in eine junge Polin, Wanda Pielecka, die allerdings in eine Affaire mit einem jungen russischen Offizier verstrickt ist, in die auch Castorp am Ende mit hineingezogen wird. Um sich aus seiner Gefühlsverwirrung zu befreien, sucht Castorp Hilfe bei einem Psychologen, findet Trost bei Schopenhauer, dessen Spuren in Danzig er folgt. Am Ende kommt er bereichert und gereift, gestärkt durch eine erste, wenn auch unerfüllt gebliebene Liebe, nach Hamburg zurück.