

Susanne Riedel
Kains Töchter. Roman
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2000
Seit Generationen lebt der Leghorn-Clan über dem Fluss Otsch, in einer wilden, betörend schönen Landschaft. Joas Vater, Caleb, hat sich in die Stadt abgesetzt, sein Bruder Zack, ein Holzfäller, ernährt die Familie. Calebs Tochter Joa ist dreizehn, als ihre Mutter wieder schwanger wird. Früh zieht Timpie die Hassliebe der Mutter auf sich. Sie frisst Dreck, verweigert das Sprechen. Mit fünf stürzt sie ihre Mutter von der Brücke in den Otsch und gilt als Mörderin. Viele Jahre später entdeckt Joa in einer Buchhandlung einen Gedichtband der siebzehnjährigen Timpie Leghorn. Wie die Schwestern einander wieder finden, wie Joa einer weit schockierenderen Wahrheit auf die Spur kommt und sich zuletzt des Mordes an Timpie bezichtigt, den ihr niemand glaubt - all das geschieht mit einer skandalösen Unausweichlichkeit: ein modernes Märchen über die Krankheit Familie.