Der Prächtige. Lorenzo de Medici und seine Zeit

C.H. Beck Verlag, München 2003
Lorenzo de' Medici (1449-1492) ist wohl das berühmteste Familienmitglied der Medici in Florenz - als "der Prächtige" ist er in die Geschichte eingegangen. In enger Anlehnung an die historischen Quellen und auf der Basis der neuesten Forschungen entwirft Ingeborg Walter ein Bild jener Zeit, in dem über die Person Lorenzo de' Medicis hinaus die Lebensformen und die Mentalität der Renaissance wiederaufleben. Als Enkel von Cosimo de' Medici (1395-1464) war Lorenzo dazu bestimmt, die Machtstellung der Bankiersfamilie in der Stadtrepublik zu bewahren und zu stärken. Glänzende Begabung, grenzenloser Ehrgeiz und zupackendes Wesen schienen ihm diese Aufgabe leicht zu machen. Aber die nie gänzlich erstickte Opposition gegen den Vorrang der Medici mündete in eine blutige Verschwörung, die ihn fast das Leben gekostet hätte und Florenz in einen langen Krieg stürzte. Trotz aller Versuche, seine Stellung auch konstitutionell abzusichern, blieb diese bis zuletzt gefährdet und bestritten. Zwei Jahre nach seinem Tod wurden die Medici aus Florenz vertrieben. Ingeborg Walters Buch beschäftigt sich jedoch nicht nur mit dem politischen Drama und den erfolglosen Versuchen, den Niedergang der Medici-Bank abzuwenden. Es zeigt den "Prächtigen" auch bei seinen poetischen Liebesspielen, als glänzenden Gastgeber, als den Dichter und Intellektuellen, der als Mittelpunkt eines Kreises von Humanisten, Poeten und Philosophen den Ruf seiner Heimatstadt als der kulturellen Hauptstadt Italiens förderte und das geistige Klima bestimmte, in dem Künstler wie Leonardo da Vinci und Michelangelo ihre Lehrjahre verbrachten. Wir lernen ihn auch als Ehemann und liebevollen Vater kennen, der mit seiner weitsichtigen Familienpolitik den Medici die politische Zukunft sicherte.

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