Das Verzeihen. Essays zur Moral und Kulturphilosophie

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003
Herausgegeben von Ralf Konersmann. Aus dem Französischen von Claudia Brede-Konersmann. Mit einem Vorwort von Jürg Altwegg. In seinem Heimatland Frankreich wird Vladimir Jankelevitch heute als einer der zentralen Philosophen des 20. Jahrhunderts angesehen. Aus seiner Prägung durch Henri Bergson hat er nie ein Hehl gemacht. Jankelevitch war ein Denker des Engagements, und nichts hat nachhaltiger seine Themenwahl bestimmt als die Jahre in der Resistance. Er hat über den Tod geschrieben, über die Liebe, über die Lüge - am eindringlichsten aber über das Verzeihen. Die Vernichtung der Juden war für Jankelevitch ein Kulturbruch, der die Grenzen des Verzeihens definitiv überschritt. So hat er, der einst über Schelling promoviert hatte, sich nach dem Krieg jede Verbindung nach Deutschland untersagt. Er blieb unversöhnt - bis zu seinem Tod im Jahr 1985.

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