Stichwort

Savoy

90 Presseschau-Absätze - Seite 2 von 6
9punkt 03.05.2019 […] sich die Zeit weitergedreht, entgegnet die Ethnologin Brigitta Hauser-Schäublin in einem langen, kritischen Welt-Essay Benedicte Savoy und Felwine Sarr und warnt vor den "neokolonialistischen Folgen" der Debatte um die Rückgabe von Kolonialkunst (unsere Resümees). Sarr und Savoy wirft sie "europäisch-elitäres Kunstverständnis" vor, denn: "Bei vielen Artefakten, die großen symbolischen und ökonomischen […] über ihr 'Volk' verwendeten, nun zur Identitätsbildung generell von Menschen und Gemeinschaften in Afrika südlich der Sahara verwendet werden sollen, klingt eher zynisch. Denn sie sollen, gemäß Sarr/Savoy, Individuen und Gemeinschaften dazu dienen, Erinnerungsarbeit zu leisten, um ihre Identität wiederzufinden." […]
9punkt 12.02.2019 […] Jörg Häntzschel fürchtet in der SZ, dass die von Bénédicte Savoy geforderte mehr oder weniger umstandslose Restitution von Kolonialkunst in Deutschland nicht schnell genug von statten geht. Das derzeit viel Geld - 1,9 Milliarden Euro - in die Provenienzforschung gesteckt wird, befriedigt ihn nicht: "Von Restitutionen ist nirgends die Rede. In erster Linie geht es darum, aufzuklären, wie die Gegenstände […] deutsche Museen kamen, nicht darum, die engere Frage zu beantworten, ob auf rechtmäßige oder unrechtmäßige Weise. Was will man also? Geschichte und Umstände des kolonialen Kunstraubs erforschen? Oder, wie Savoy und Sarr, pragmatisch Restitutionen einleiten?" Bernhard Schlink liest für den Tagesspiegel Horst Bredekamps neues Buch über Aby Warburg und seine kulturethnologischen Forschungen und meldet am Schluss […]
9punkt 31.01.2019 […] vorgestellt wurde, wollten sich weder der Direktor des Museums, Johannes Vogel, noch Benedicte Savoy, die den Abend moderierte, zur Frage äußern, ob das Skelett des Brachiosaurus brancai im Museum nach Tansania zurückgegeben werden müsse, schreibt Ronald Düker in der Zeit und hat bei beiden noch einmal nachgehakt. Savoy wäre für eine Rückgabe: "'Lasst uns darüber nachdenken! Das brächte neue Energien, neue […] in Berlin ebenfalls der Ausdruck der Kunstfertigkeit und der Identität einer bestimmten Ethnie. Das ist die Ethnie der Berliner Paläontologen.'" Im Tagesspiegel hält Nicola Kuhn zwar nicht viel von Savoys Vorschlag, meint aber: "Ein Hinweis auf die Kolonialgeschichte, wenigstens ein klitzekleines Schild am Riesentier, wäre trotzdem mal angebracht." Henri Edmond-Cross "Regatta in Venice". 1903/1904 […]
9punkt 31.12.2018 […] Brigitta Hauser-Schäublin das politische Manifest von Benedicte Savoy und Felwine Sarr, die mehr oder weniger verlangten, "alle Sammlungen in französischen Museen, die während der Kolonialzeit in Afrika angelegt wurden, müssen zurückgegeben werden", so Hauser-Schäublin. Diese Maximalforderung lasse sich aber nur stellen, wenn man wie Savoy und Sarr nicht mehr von "Kulturgütern" spricht, wie die UNO, sondern […] und Erbe (etwa Vater und Sohn) und impliziert einen vorbestimmten und rechtmäßigen Eigner (propriétaire légitime): die Nachfahren der ehemaligen Besitzer des Kulturguts. Darauf aufbauend, verwenden Savoy und Sarr einen Eigentumsbegriff, der den komplexen künstlerischen, spirituellen, soziopolitischen und performativen Rechten und der multiplen Teilhabe an Artefakten im (früheren) afrikanischen Kontext […]
9punkt 15.12.2018 […] Harry Nutt kommt in der FR auf einen Aufruf einiger Wissenschaftler zurück, die sich den Forderungen des Savoy- und Sarr-Berichts zur Rückgabe von Kolonialkunst anschließen. Die Zeit hat ihn inzwischen online gestellt. Nutt resümiert die Forderungen der Wissenschaftler bündig in einem Absatz: "Die Wissenschaftler fordern zusätzliche Forschungsmittel, größere Bildungsanstrengungen und die Errichtung […] wieder zu wissen glauben, wie es geht und was passieren muss. Erst mal würde ich gerne erfahren: Was sagen denn die Kollegen in Tansania oder in Namibia oder in Ozeanien zu dem Bericht [von Benedict Savoy und Felwine Sarr]? Kürzlich besuchte uns in Berlin der Präsident eines afrikanischen Landes, dessen Gebiet einst ebenfalls deutsche Kolonie war. Er fand es bedauerlich, dass aus seinem Land so wenig […]