Stichwort

Ruanda

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9punkt 06.04.2019 […] nach Monaten der internationalen Untätigkeit angesichts der Massaker in Ruanda. Da besetzte Frankreichs Armee den Südwesten Ruandas, während im Rest des Landes die Tutsi-Rebellenarmee RPF (Ruandische Patriotische Front) gegen das Völkermordregime auf dem Vormarsch war. Offiziell war dies eine 'humanitäre Intervention', um dem Morden ein Ende zu setzen. Tatsächlich schützte der französische Einsatz Hu […] Emmanuel Macron reist nicht zu den Gedenkfeiern, die in Ruanda des Völkermords an den Tutsi vor 25 Jahren gedenken, obwohl er eingeladen wurde, schreibt François Misser, in der taz. Die französische Komplizenschaft tritt durch neue Bücher ehemaliger französischer Offiziere immer mehr zutage: "Besonders umstritten: die französische Militärintervention 'Opération Turquoise' ab dem 22. Juni 1994, nach […] benachbarte Zaire." Laut einer Meldung des Infosenders France24 hat Macron gestern angekündigt, die französischen Archive der Jahre 1990 bis 94 für Historiker des Völkermords zu öffnen. "Nie wieder Ruanda", rief man, nachdem man dem Völkermord tatenlos zugesehen hatte. Aber danach kam Srebrenica. Und seitdem gibt es kaum Besserung, schreibt Fabian Urech in der NZZ: "Vieles spricht gar für eine weitere […]
9punkt 07.07.2018 […] berichtet er heute vom Ehepaar Alain und Dafroza Gauthier vor, die man sich als französisch-ruandische Version von Serge und Beate Klarsfeld vorstellen muss. Seit Jahren recherchieren sie zum Genozid in Ruanda und sorgen für die Anklagen der Täter: "Belgische Freunde strengten 2001 einen Prozess in Brüssel an, bei dem vier ruandische Mörder zu Haftstrafen zwischen zwölf und 20 Jahren verurteilt wurden. Nach […] Historiker Jacques Julliard hatte schon 1998 geschrieben: 'Eines Tages werden wir uns der Frage nach der französischen Verantwortung stellen müssen. François Mitterrand war Präsident, als der Genozid in Ruanda stattfand. Frankreich hat das Verbrechen selbst nicht begangen, aber die zukünftigen Killer, die ihre mörderischen Intentionen nie versteckten, mit Waffen ausgerüstet.'" […]
Magazinrundschau 07.06.2018 […] "Revers Darstellung beginnt mit dem Oktober 1990, als mehrere tausend Kämpfer der RPF vom benachbarten Uganda aus Ruanda überfielen. Die RPF bestand aus den Kindern der ruandischen Flüchtlinge, die vor den anti-Tutsi-Pogromen in den frühen 60ern geflohen waren. Entschlossen, nach Ruanda zurückzukehren, hatten die Anführer der RPF, eingeschlossen Kagame, an der Seite von Ugandas Präsident Yoweri Museveni […] Über den Völkermord in Ruanda herrschte zumindest in diesem Punkt immer Einigkeit: Hutu schlachteten eine Million Tutsi ab. Die Ruandische Patriotische Front (RPF) beendete das Morden, verübte selbst einige Massaker, ließ das Land dann aber zur Ruhe kommen. Jetzt will Judi Revers mit ihrem Buch "In Praise of Blood. The Crimes of the Rwandan Patriotic Front" die Geschichte umschreiben, erklärt Helen […] Museveni in dem Krieg gekämpft, der ihn 1986 an die Macht bringen sollte. ... Im August 1990, zwei Wochen vor dem Einfall der RPF, hatte die Hutu-dominierte Regierung in Ruanda den Flüchtlingen die Rückkehr erlaubt. Im Prinzip wenigstens. Die Entscheidung war unter großem internationalen Druck erfolgt, die Details waren vage und der Prozess hätte sich vermutlich ewig hingezogen. Aber die RPF-Invasion […]
9punkt 05.08.2017 […] Wie die gestrigen Präsidentschaftswahlen in Ruanda ausgehen werden, stand für Anjan Sundaram im NYRB-Blog natürlich auch gestern schon fest - angesichts der super-effizienten Demokratur, die Präsident Paul Kagame errichtet hat: "Kagame erreicht lückenlose Kontrolle über das alltägliche Leben in Ruanda durch ein striktes Überwachungsnetzwerk. Ruanda ist unterteilt in kleine Dörfer mit jeweils rund […] Regierung werden nahtlos in die Döfer weitergereicht... Kagame Kontrolle ist selbst bei scheinbar wohlmeinenden Ereignissen spürbar. Als er das Verbot von Plastiktüten verkündete, verschwanden diese aus Ruanda mit einem Schlag. Als er dekretierte, dass alle Ruander Schuhe tragen sollte, kauften sich alle Ruander Schuhe. Einige trugen sie auf ihrem Kopf, um sie nicht aufzutragen, aber immer vorweisen zu können […]