Stichwort

Literaturkritiker

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Leseprobe zu Jean-Michel Palmier: Walter Benjamin. Teil 2

Vorgeblättert 23.11.2009 […] Essays von 1916 beschäftigte er sich in seinen Schweizer Jahren mit den Aufgaben der Literaturkritik.(8) Während Scholem als Thema seiner Dissertation die Theorie der Sprache in der Kabbala ins Auge faßte, rückte Benjamin das Nachdenken über die Sprache in den Mittelpunkt seiner Behandlung der romantischen Literaturkritik.(9) Zu Beginn der zwanziger Jahre hatte er vor, als Habilitationsthema "irgendeine […] des Ursprungs der Sprache Über einige Etappen der Ausarbeitung der Sprachphilosophie bei Benjamin: Heterogenität der Quellen und Permanenz einer Fragestellung Erkenntnistheorie, Theorie der Literaturkritik und Geschichtsphilosophie sind von der Sprache, die derenWahrheit aussagt, nicht zu trennen. Es gibt kaum Schriften Benjamins, in denen sie nicht miteinander verschränkt wären. Die Reflexion über […] einem bloßen Mittel erniedrigt wurde, das dem Handeln dient, verteidigt er eine "magisch[e] das heißt un-mittel-bar[e]" Sprache(4), die sich in der poetischen und prophetischen Dichtung, in der Literaturkritik der Brüder Schlegel entfaltet. Zur gleichen Zeit, im November und Dezember 1916, verfaßte er den Essay "Über Sprache überhaupt und über die Sprache des Menschen", in dem die Grundbegriffe und […]

Leseprobe zu Jean-Michel Palmier: Walter Benjamin. Teil 3

Vorgeblättert 23.11.2009 […] wenn Benjamin ab 1924 unablässig seine Bindung an den Materialismus und sein Bekenntnis zum Marxismus bekräftigte, blieb er dabei doch fern aller Orthodoxie. Die Schwierigkeit, im Bereich der Literaturkritik die neuen Verbindungslinien zu erkennen, die er zwischen den metaphysisch-theologischen und den materialistischen Begriffen sah, taucht auch in seiner Geschichtsphilosophie wieder auf, wo romantische […] einer Krise ihrer Freundschaft und ihrer intellektuellen Symbiose. Sie riefen bei Scholem ungläubiges, fassungsloses Staunen hervor. Das Bild, das er sich von Benjamin gemacht hatte - das eines Literaturkritikers, eines Hamann nahestehenden Sprachphilosophen, der seinen Weg in der Vertiefung von Judentum und Romantik suchte und mit dem er libertäre, ja anarchistische Überzeugungen teilte -, schloß die […]

Kritik und Werbung? Markt und Meinung!

Essay 20.10.2008 […] er sich auch unabhängig von einer mehr als geschmäcklerischen Literaturkritik ganz gut selbst regulieren kann. Dafür sorgen die Werbe-und Marketingabteilungen der Groß-Verlage, die dafür den größten Teil der (ohnehin lächerlich niedrigen) Autorenhonorare verschlingen. Gut ist, was gekauft wird. Wozu braucht es da noch eine Literaturkritik, die sich nicht allein als kostenfreie Lobbyarbeit der Verlage […] denken kann. Eine Meinung hat fast jeder; und je mehr Leute dieselbe haben, um so gravierender sind die ökonomischen Folgen im Konsumtionssektor. Was hat Literaturkritik per definitionem mit Meinung zu tun? Gar nichts. Nicht die Literaturkritik darf sich Kehlmanns Mega-Erfolg also gutschreiben, sondern bestenfalls der sekundierende Kulturjournalismus mit seinen Veranstaltungsberichten, Autorenporträts […] Problem der Literaturkritik scheint mir demnach nicht so sehr zu sein, dass sie freiwillig und kostenfrei Werbeslogans und -strategien für Verlagsprodukte liefert, dass sie das Handwerk des Lobens bis zur Anbiederung beherrscht und geschmäcklerisches Vokabular an die Stelle fundierter Analysen setzt, sondern etwas anderes: ihr denunziatorischer Grundton. Das Instrumentarium der Literaturkritik wird nur […] Von Beatrix Langner

Niederträchtige Toleranz

Essay 14.10.2008 […] erfreuen, aber eine Literaturkritik, die den Geschmack zu ihrem zentralen Kriterium macht und sich damit jeglicher argumentativen Verantwortung entzieht, steht wohl tiefer in der Krise als jene allzu "schwierige" Literatur, die dem rezensentischen Durchschnittsgeschmack nicht zu entsprechen vermag. 4 Ich werde mich nachfolgend auf den angestammten Wirkungsbereich der Literaturkritik beschränken, also […] Anstrengung ganz "plötzlich" begriffen. Wozu also bräuchte man noch die vermittelnde Beihilfe der Literaturkritik? Und wozu überhaupt Literatur, da solche Kritik letztlich auch ohne real existierende Werke auskäme und damit durchaus dem Ideal des SF-Autors Stanislaw Lem entspräche, der als Aufgabe der Literaturkritik nicht die Besprechung, sondern die Erfindung von "Originaltexten" vorsah ... 5 Die hau […] von Arthur Schopenhauer - um ein historisches Dokument aus dem mittleren 19. Jahrhundert handelt. Denn die "Sündfluth" einer obsoleten Buchproduktion und die Unfähigkeit (auch der Unwille) der Literaturkritik, dieser Produktion "gerecht" zu werden, sind heute wie damals zu beklagen, nicht anders als das Gemauschel zwischen Rezensenten und Verlegern oder die unheilige Allianz zwischen Kritik und Publikum […] Von Felix Philipp Ingold

Frühjahr 2008

Bücher der Saison 22.04.2008 […] deutschen Autoren. In der Weltwoche fragte Peer Teuwsen: "Wer riskiert eigentlich noch etwas in der deutschen Literatur?" (außer Michael Kumpfmüller). Wer riskiert eigentlich noch was in der deutschen Literaturkritik, fragte sich dagegen im Perlentaucher Sieglinde Geisel, die den Jubel für Clemens Meyer ziemlich bequem fand. Unter den Sachbüchern stach Tilman Nagels Mohammed-Biografie und Thomas W. Laqueurs […] Frühlinge / Romane / Comics, Erzählungen, Lyrik, Hörbuch / Reportagen / Sachbücher Kroatische Literatur Dirk Knipphals beklagte kürzlich in der taz eine gewisse Provinzialität der deutschen Literaturkritik, und wenn man sich die Frühjahrsbeilagen ansah, musste man ihm Recht geben: es wurden hauptsächlich deutsche Romane besprochen. Literatur aus Kroatien, dem Gastland der Leipziger Buchmesse (mit […]

Sehr geehrter Herr Professor Doktor Hörisch

Essay 07.04.2008 […] "Offenen Brief" an leitende Redakteure, Feuilletonredakteure, Lehrstuhlinhaber, Literaturkritiker, Publizisten, Schriftsteller und andere im Kultur- und Wissensschaftsbetrieb tätige Zeitgenossen. Sie fordern am Ende Ihres Schreibens dazu auf, es weiterzuleiten, und geben es zur Veröffentlichung frei. Der Literaturkritiker und Schriftsteller Burkhard Müller, den dieser Brief als ersten Adressaten meint […] Ausführlichkeit antworten kann, erlaube ich mir, Ihnen mit einem knappen Reflex zu dienen. Auf der zurückliegenden Leipziger Buchmesse durfte ich, als Burkhard Müller den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2008 erhielt, die Laudatio halten. Sie haben das Gleiche im Jahr zuvor für den Kritiker Hubert Winkels getan. Ich hoffe daher, es wundert Sie nicht allzu sehr, dass ich mich zu Wort melde. Burkhard […] Von Georg Klein