Stichwort

Heimat

Rubrik: 9punkt - 8 Presseschau-Absätze
9punkt 15.06.2018 […] Heimat ist keineswegs ein menschliches Grundbedürfnis, winkt der Kulturtheoretiker Jan Söffner in der NZZ ab, noch heute gebe es Nomaden und auch die Option, heimisch zu werden, sei erst in der jungsteinzeitlichen Revolution entstanden, erklärt er: "Mit dem Ende der letzten Eiszeit wurden überall auf dem Globus Menschen sesshaft, sie begannen Landstriche als die ihren zu betrachten und den Boden zu […] zu beackern. Mit der Option zur Heimat entstand auch diejenige zur Xenophobie. Erst seit der Jungsteinzeit lassen sich Genozide nachweisen." Der Sozialismus mag gute Absichten haben, vor allem aber bringt er Armut, Korruption und Diktatur hervor, schreibt der katholische Priester und Philosoph Martin Rhonheimer, ebenfalls in der NZZ, mit Blick nach Venezuela, das ihm wie ein "Live-Experiment" der […]
9punkt 23.12.2017 […] Menschenbild im Islam." Gegen die Zumutungen der Moderne reagieren die Deutschen mit einer Beschwörung der Heimat, stellt Gustav Seibt in der SZ fest, das geht sein dem 19. Jahrhundert so, als in den Städten die Industrialisierung tobte und die Literatur sich nach der Dorfgemeinschaft sehnte: "Die Heimat ist also größer als die Familie und kleiner als das Vaterland. Damit beschreibt sie eine Sphäre von […] eine weitere spezifisch deutsche Unterscheidung. 'Heimat' wird so zu einer eigentümlich vorpolitischen Sphäre, die mit allerlei Gefühls- und Erinnerungswerten aufgeladen wird. Dieser zunächst so unpolitisch wirkende Raum aber ist eben doch politisierbar, und dann können gute Gefühle giftig werden. Wer die Nation der Staatsbürger organisch aus Heimat und Gemeinschaft erwachsen lässt, überträgt die Forderung […]