Stichwort

Flaneure

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Feuilletons 18.06.2012 […] Mehr als eine Retromode, findet Frank Schäfer, sei die Wiederkehr des Flaneurs in der Berlinliteratur, etwa in Albrecht Selges "Wach" oder Thomas Melles "Sickster". "Die sukzessive Beschleunigung aller Arbeits- und Lebensprozesse weckt offenbar ein Bedürfnis nach Kontemplation, das sich seit einiger Zeit auch auf dem Buchmarkt ablesen lässt - etwa an den Chartplätzen der Wanderbücher von Harpe Kerkeling […] Kerkeling und Wolfgang Büscher. Die Flaneurfigur hat nun den unschätzbaren Vorteil, für ihre Ab- und Ausschweifungen nicht mal mehr verreisen zu müssen. Der Flaneur fährt eben nicht in den Urlaub, der ja auch geplant sein will, er nimmt sich die Freiheit unmittelbar, noch dazu ohne Kalkül. Er geht nicht nur, er lässt sich gehen." In einem Kommentar verabschiedet Georg Seeßlen den Mythos von Hell's Angels […]
Magazinrundschau 01.09.2010 […] of Staying" und Ivan Vladislavic in seinem Essayband "Portrait with Keys" (Johannesburg, Insel aus Zufall). Alle drei schreiben aus der Perspektive des Flaneurs - wie es schon Herman Charles Bosman und Lionel Abrahams taten: "Sie waren alle Flaneure (und das obwohl Abrahams an den Rollstuhl gefesselt war), beschäftigt mit dem, was der Philosoph Michel de Certeau 'das lange Gedicht des Gehens' nannte […] nannte, die Kunst, eine Stadtlandschaft zu vermessen, wie Baudelaire es ursprünglich beschrieb. Doch Bosman - verurteilter Mörder, Frauenheld und harter Trinker - war nicht der vornehme Flaneur Baudelaires. Seine Detektiv-Reportagen aus den dreißiger und vierziger Jahren fügen sich zu einer langen Elegie für eine Minenstadt, die wild entschlossen ist, die ersten fünfzig Jahre ihrer Geschichte auszulöschen […]