Stichwort

Ekstase

Rubrik: Vorgeblättert - 10 Artikel

Leseprobe zu Geert Buelens: Europas Dichter und der Erste Weltkrieg. Teil 3

Vorgeblättert 31.03.2014 […] Vergnügen einsetzten. L'art pour l'art stand einem Krieg nicht zu. Etwaige Schönheit war ein Nebenprodukt, so wie Läuse.      Der Kampf konnte die Soldaten verrückt machen vor Angst, aber auch in Ekstase versetzen. Der Wille zur Macht, von dem Nietzsche gesprochen hatte, bekam hier für Tausende junger Männer eine sehr konkrete Bedeutung. Sie besaßen Macht über Leben und Tod. Die moralischen Grenzen […]

Leseprobe zu Valeria Luiselli: Falsche Papiere. Teil 1

Vorgeblättert 09.01.2014 […] Person ist, die sie erzählt), aber ich schätze, dass nur sehr wenige sich an die ersten zittrigen Versuche mit der eigenen Zunge erinnern. Manche haben die Erfahrung dieses ersten Lernprozesses mit der Ekstase eines Demiurgen verglichen, der ein Universum erschafft, indem er es benennt. Die Kinder, könnte man denken, sind die Poeten des Esperanto: Ihre Worte existieren in einer perfekten Entsprechung zur […]

Leseprobe zu Ernst Piper: Nacht über Europa. Teil 1

Vorgeblättert 25.11.2013 […] literarische Moderne, der frühe Expressionismus, ein antibürgerliches Aufbegehren gegen überkommene Normen, das auch vor der Feier des Krieges, der Apotheose von Kampf und Erneuerung, Virilität und Ekstase nicht zurückscheute. So schrieb der österreichische Schriftsteller Robert Müller 1912 in seiner Apologie des Krieges: »Einen siegreichen Krieg soll man führen, wie unser Blut ihn lehrt, wenn an einem […] Traditionen. Ihre Beschwörung des Krieges hatte weniger mit Militanz als mit Anarchie zu tun. Dass ihre Zeitschriften Sturm und Aktion hießen, ist gewiss kein Zufall. In ihren Texten trafen sich kosmische Ekstase, Normalitätsüberdruss und Saturiertheitsekel. Am 6. Juli 1910 notierte der 22-jährige Georg Heym in seinem Tagebuch: Es ist immer das gleiche, so langweilig, langweilig, langweilig. Es geschieht […]

Leseprobe zu Witold Gombrowicz: Berliner Notizen. Teil 2

Vorgeblättert 16.09.2013 […] hätte sein können, weil jedenfalls sie deinem Alter angemessen war.      Aber der Schneider kleidete Paris in Nacktheit.      Wenn sie une belle femme erblicken, werden sie wahnsinnig galant, die Ekstase der ZYLINDERHÜTE kennt keine Grenzen, so einer verliebt sich und unterzieht seine Gefühle einer subtilen Analyse … aber ausziehen tut er sich nie. Die Rollen sind geteilt, die Nacktheit ist nur auf […]

Leseprobe zu William T. Vollmann: Europe Central. Teil 3

Vorgeblättert 11.04.2013 […] als ich so leidenschaftlich an die Notwendigkeit des bewaffneten Kampfes glaubte. Und ich . . . ich denke, auch Sie werden ihre Leidenschaften haben.      Das Gesicht der Frau schwoll an vor dumpfer Ekstase, und sie fiel auf dem Steinboden der Zelle vor der Krupskaja auf die Knie, warf den Kopf zurück und bot ihr die Kehle dar, so dass ihre Gestalt an den Buchstaben Beth erinnerte, der für Weisheit und […] Erfahrung würdig. Häftlinge erzählten ihr: Ich werde gut behandelt . . . - Schon vor Wolodjas Tod gab sie Direktiven aus, nach denen Bibliotheken unerwünschte Bücher zu unterdrücken hatten, darunter die Ekstasen der Tolstojaner mit ihrer schädlichen Oberflächlichkeit. Schieben Sie Wolodja die Schuld dafür zu, wenn Sie wollen. Seinen Anweisungen folgend hatte sie vor langer Zeit mit den Narodniki gebrochen […]

Leseprobe zu Bernd Mattheus: Cioran. Teil 3

Vorgeblättert 01.10.2007 […] Lebensphase: "In dem Alter, da ich (?) 'Cartea amãgirilor' schrieb (?), lebte ich so intensiv, daß ich im Wortsinne befürchtete, als Religionsstifter zu enden? In Berlin und in München habe ich häufig Ekstasen erlebt - die für immer die Gipfel meines Lebens bleiben werden." "Wenn ich daran denke, daß ich 1934 in München mit einer solchen Intensität lebte, daß ich zu dem Schluß kam, auf dem Balkan würde […] Jeder Diktator hat eine messianische Henkerseele, die mit Blut und Himmel beschmutzt ist. Die Masse verlangt danach, daß sie befehligt wird. Die sublimsten Visionen, die von Engelsflöten verströmten Ekstasen vermögen nicht so zu begeistern wie ein Militärmarsch. Adam war ein Feldwebel." Im Juni desselben Jahres bewarb sich Cioran beim Bukarester Institut francais um ein Paris-Stipendium, indem er fingiert […]

Vorgeblättert

Vorgeblättert 11.08.2005 […] eit galt weniger dem Werk als dem Schreiben, der Logik der Produktion; zwar kannte er den Selbstgenuß, den die Veröffentlichung eines eigenen Textes bedeutete, jedoch wurde er überwogen durch die Ekstase, die der Entstehungsvorgang selbst auslöste. Diese Gewichtung schlägt sich in der latent fragmentarischen Struktur seiner Prosa nieder. Kafkas Arbeit ist selbst dort, wo ihre Produkte vom Autor zur […] Inszenierungskunst gehorcht. Kafkas Biographie zeigt, daß es sich der Literatur unterwerfen kann, indem es ihre Motivierungen und Bilder, ihre Sprünge, Widerstände, Stockungen und Verwerfungen, ihre Ekstasen, Glücksmomente und Grenzüberschreitungen, ihr Pathos und ihre Energie, ihre Schocks und Ausbrüche, Komödien und Vexierspiele in sich aufnimmt. Das Leben ist für Kafka vorrangig der Rohstoff, der vom […]