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Hat ein Regenwurm Empfindungen? Wie viele Nervenzellen hat eine Qualle, und wozu dienen sie ihr? Was kann man aus der Beobachtung von Menschen lernen, die an Migräne leiden? Und was passiert in unserem Gehirn, wenn wir uns falsch erinnern? Diese und viele andere Fragen behandelt Oliver Sacks in seinem neuen Buch. Der New Yorker Neurologe ist durch seine Fallgeschichten weltberühmt geworden. Voller Empathie und mit großer Fachkenntnis hat er immer wieder Menschen porträtiert, deren Leben durch eine schwere Krankheit oder Behinderung geprägt wurde - und hat seinen Lesern gezeigt, welche Chancen…mehr

Produktbeschreibung
Hat ein Regenwurm Empfindungen? Wie viele Nervenzellen hat eine Qualle, und wozu dienen sie ihr? Was kann man aus der Beobachtung von Menschen lernen, die an Migräne leiden? Und was passiert in unserem Gehirn, wenn wir uns falsch erinnern?
Diese und viele andere Fragen behandelt Oliver Sacks in seinem neuen Buch. Der New Yorker Neurologe ist durch seine Fallgeschichten weltberühmt geworden. Voller Empathie und mit großer Fachkenntnis hat er immer wieder Menschen porträtiert, deren Leben durch eine schwere Krankheit oder Behinderung geprägt wurde - und hat seinen Lesern gezeigt, welche Chancen die Abweichungen vom sogenannten Normalen bieten und welche positiven Besonderheiten die betroffenen Menschen auszeichnen.
Als er im Sommer 2015 starb, war gerade seine Autobiographie On the Move erschienen - und wurde weltweit zum Bestseller. Fast bis zum ketzten Tag hat er noch an einem Band mit neuen Studien und Fallgeschichten gearbeitet, die von den kreativen Potentialen des menschlichen Gehirns zeugen. Wie entsteht Bewusstsein? Wie funktionieren Gedächtnis und Erinnerung?
Dieser Band, den Oliver Sacks' engste Mitarbeiter nun druckfertig gemacht haben, liest sich wie eine Art Vermächtnis des großartigen Autors und Menschenkenners.
Autorenporträt
Oliver Sacks, geboren 1933 in London, war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Columbia University. Er wurde durch die Publikation seiner Fallgeschichten weltberühmt. Nach seinen Büchern wurden mehrere Filme gedreht, darunter 'Zeit des Erwachens' (1990) mit Robert de Niro und Robin Williams. Oliver Sacks starb am 30. August 2015 in New York City. Bei Rowohlt erschienen unter anderem seine Bücher 'Awakenings - Zeit des Erwachens', 'Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte', 'Der Tag, an dem mein Bein fortging', 'Der einarmige Pianist' und 'Drachen, Doppelgänger und Dämonen'. 2015 veröffentlichte er seine Autobiographie 'On the Move'. Hainer Kober, geboren 1942, lebt in Soltau. Er hat u.a. Werke von Stephen Hawking, Steven Pinker, Jonathan Littell, Georges Simenon und Oliver Sacks übersetzt. 
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 28.11.2017

Letzte Fallgeschichten
Einfühlung, Zufall: Oliver Sacks zieht Bilanz
Mit Anschaulichkeit, Begeisterung und Humor schuf der Schriftsteller und Neurologe Oliver Sacks eine ganze Reihe populärwissenschaftlicher Bestseller voller erstaunlicher Fallgeschichten. Die hermetische Erfahrungswelt psychisch Beeinträchtigter wurde durch Sacks für Außenstehende zur Entdeckung. Er zeigte auf bemerkenswerte Weise, wie fragil der Firnis gesellschaftlicher Normalität ist.
Sacks starb 2015. In seinen intensiven letzten Monaten, der Tod war bereits abzusehen, begann er mit einem letzten Buchprojekt, das Essays aus unterschiedlichen Bereichen wie Neurowissenschaft, Kunst, Evolution, Botanik und Medizin versammeln sollte. Seine Mitarbeiter haben dieses Projekt nun fertiggestellt.
Der Wahl-New-Yorker betreibt auch hier keine wissenschaftliche Tiefenschürfung. Sein letztes Werk ist vielmehr eine äußerst persönliche Bilanz seines Schaffens: locker, verspielt, auch schonungslos dem eigenen kranken Selbst gegenüber und voll literarischer Qualität. Die Untersuchung von grundsätzlichen Fragen nach Bewusstsein, Erinnerung und Kreativität wird zu einer Reise durch das eigene Leben und Werk. Sacks schließt dabei seine Fallstudien der letzten Jahrzehnte mit vielfältigen Einflüssen kurz.
Mit nahezu kindlicher Begeisterung lässt er sich von seinen frühen Helden erneut verzaubern: Charles Darwin, dem Botaniker und Orchideenliebhaber, Sigmund Freud, dem Neurologen, und von William James, dem Begründer der amerikanischen Psychologie.
Die Exegese fällt nicht allzu ausführlich aus, diverse Unschärfen sind der Preis für diesen enthusiastischen, subjektiven Blick. Deviantes Verhalten und gestörte Wahrnehmung werden hier wie in früheren Büchern nicht im negativen Licht der Dysfunktionalität betrachtet, sondern sind zunächst einmal Gegenstand des Staunens und Ausgangspunkt des Denkens.
Das letzte Kapitel handelt von Diskontinuitäten und Zufällen bei der wissenschaftlichen Erkenntnis. Sacks beschreibt diverse Fälle, in denen ein rückblickend innovativer Ansatz zunächst über lange Zeit ignoriert wurde. So verschwand etwa das vom „griechischen Kopernikus“ Aristarch entworfene heliozentrische Weltbild für über ein Jahrtausend in Vergessenheit. In diesem Kontext spricht er mit Wolfgang Köhler von „einer Art Rumpelkammer“, in die jeder Wissenschaftszweig all jene Dinge befördert, die nicht in vorherrschende Denksysteme passen. Auf solche „blinden Flecken“ ist Sacks während der Arbeit an seinen Büchern oft gestoßen.
Auch daher, so scheint es, lieferte er im Sinne von Alexander R. Lurijas „romantischer Wissenschaft“ über die letzten Jahrzehnte eine Vielzahl an Einzelfallbeschreibungen – mit hohem Einfühlungsvermögen gegenüber den Patienten und einem Blick für bedeutsame Kleinigkeiten.
VOLKER BERNHARD
Oliver Sacks: Der Strom des Bewusstseins. Über Kreativität und Gehirn. Aus dem Englischen von Hainer Kober. Rowohlt-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2017. 256 Seiten, 22 Euro. E-Book 18,99 Euro.
Deviantes Verhalten wird zum
Gegenstand des Staunens und
Ausgangspunkt des Denkens
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Oliver Sacks beweist, dass die Medizin sowohl eine Kunst als auch eine Wissenschaft ist. Siri Hustvedt