Perlentaucher-Autor

Thekla Dannenberg

33 Artikel - Rubrik: Außer Atem

Thekla Dannenberg, 1970 geboren, studierte Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut in Berlin, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitete als Redakteurin bei der taz. Sie ist Redakteurin beim Perlentaucher, Mitglied der Jury für die Krimi-Bestenliste und unterrichtet Journalismus an der Universität Hildesheim. 2014 erschien ihre Übersetzung von Robert Warshows Essayband "Die unmittelbare Erfahrung".
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Berlinale 8. Tag

Außer Atem 13.02.2009 Baek Seung-Bins "Members of the Funeral" beerdigt Ich liebe Dich. "Deutschland 09" - ein gemischtes Vergnügen, nur nicht im Bordell. Dokumentiert das Leben in den Bergen Montanas aus der Perspektive eines Schafs: Lucien Castaing-Taylors "Sweet grass". Da sitzen dann Michel Piccoli, Bruno Ganz und Irene Jacob im Hotel herum, schwingen große Reden, blicken bedeutungsvoll in die Luft und sind plötzlich nichts anderes mehr als Altlasten des Autorenkinos einer vergangenen Zeit: Theo Angelopoulos' "The Dust of Time". Von Thekla Dannenberg, Lukas Foerster, Ekkehard Knörer

Berlinale 7. Tag

Außer Atem 12.02.2009 Claudia Llosas "Milk of Sorrow" sucht die Emanzipation in Lima. Cong Fengs Dokumentation "Dr. Ma..." über einen chinesischen Landarzt gehört zu den eindrücklichsten Filmen dieses Festivals. Der im Vorfeld der Berlinale umstrittene Film "Letters to the President" von Petr Lom ist kein Propagandafilm für Ahmadinedschad, sondern wirft einen unheimlichen Blick auf ein Pulverfass vor der Explosion. Und Hans-Christian Schmids "Die wundersame Welt der Waschkraft". Und Rudolf Thomes "Pink"! Von Thekla Dannenberg, Lukas Foerster, Thomas Groh, Ekkehard Knörer

Berlinale 6. Tag

Außer Atem 11.02.2009 Eine zirzensische Tour de Force unternimmt Sean Penn in Gus van Sants "Milk". A la tete de Mehmet zielt Isabelle Adjani in Jean-Paul Lilienfelds "La journee de la jupe". Ivy Hos "Claustrophobia" erzählt vom sang- und klanglosen Ende einer Liebe im Auto. Chen Kaiges "Forever Enthralled" porträtiert den Künstler als Leerstelle. Hinter den idyllischen Bildern von Ichii Masahides "Naked of Defenses" rumort Grausiges. Von Thekla Dannenberg, Lukas Foerster, Thomas Groh, Ekkehard Knörer

Berlinale 4. Tag

Außer Atem 09.02.2009 Maren Ades Wettbewerbsfilm "Alle Anderen" erkundet jede mögliche Gasse und Sackgasse zwischen Ironie und Postironie. Michael Glawoggers "Das Vaterspiel" schlägt Funken. Die "Geschichte des israelischen Kinos" von Raphael Nadjari ist mit dreieinhalb Stunden einfach zu kurz. Dominic Murphy feiert in "White Lightning" einen drogensüchtigen steppenden Psychopathen. Luc Moodyssons Film "Mammoth" findet's zu Hause doch am schönsten. Von Thekla Dannenberg, Thomas Groh

Berlinale 3. Tag

Außer Atem 08.02.2009 Macht es sich gemütlich in seiner Latte-Macchiato-Umgebung: Andrew Bujalskis "Beeswax". Ulli Lommels "Absolute Evil" ist ein Monstrum von einem film noir. Simone Bitton dokumentiert den Tod der amerikanischen Friedensaktivistin Rachel in Gaza. Tommy Lee Jones gesellt sich für ein Foto zu den Toten in Bertrand Taverniers "In the electric mist". Spanische Frauen legen jeden Macho aufs Kreuz, beweist Agustin Diaz Yanes in "Solo quiero caminar". Außerdem besprochen: Lars Jessens "Dorfpunks", Hans-Christian Schmids "Sturm", Sebastian Schippers "Mitte Ende August" und John Cooks "Schwitzkasten". Von Thekla Dannenberg, Lukas Foerster, Thomas Groh, Ekkehard Knörer

Berlinale 2. Tag

Außer Atem 07.02.2009 Radu Judes "The Happiest Girl in the World" klammert sich so fest an ihre Chance wie an ihre gehäkelte Handtasche. Informationspolitische Cleverness beweist Asghar Farhadi in seinem Wettbewerbsfilm "Darbareye Elly - About Elly". Verstreut symbolisch Samen: Mans Manssons "Mr. Governor". Francois Ozons "Ricky" fliegt, hebt aber nicht ab. Stephen Daldrys "Der Vorleser" scheitert an seiner obszönen Symbolik. Dante Lams "The Beast Stalker" ist feines Pulp-Entertainment über Menschen mit Narben. Von Thekla Dannenberg, Lukas Foerster, Thomas Groh, Ekkehard Knörer

Berlinale 8. Tag

Außer Atem 15.02.2008 Gnadenloser Realismus der Laien: Lance Hammers "Ballast". Da freut man sich doch auf Elizabeth: Justin Chadwicks "The Other Boleyn Girl". Und untun druntur munkuln die Bässe: Dem einst so bedeutenden Regisseur Andrzej Wajda fehlen zum Katyn-Stoff heute die filmischen Mittel. Höllische Gemeinheit: Philippe Claudels "Il y a longtemps que je t'aime - I've Loved You So Long". Verhandelt einen Tempelberg an Komplexen: Amos Kolleks "Restless". Von Thekla Dannenberg, Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl

Berlinale 3. Tag

Außer Atem 10.02.2008 Spielt mit zwei Königstigern: Isabel Coixets "Elegy". Dingsymbolisch: Majid Majidis "Avaze Gonjeshk-ha - The Song of Sparrows". Tolle Bewegungsstudie eines Nichtsnutzes: Charles Burnetts "My Brother's Wedding". Abgerechnet wird zum Schluss: Renaud Barrets und Florent de La Tullayes "Victoire Terminus, Kinshasa". Liebt den Gin: Erick Zoncas "Julia". Die reinste Poesie: Boris Despodovs Dokumentarfilm "Corridor #8". Von Thekla Dannenberg, Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl

Berlinale 1. Tag

Außer Atem 08.02.2008 Natalie Assouline (Foto) zeigt einen Dokumentarfilm über palästinensische "Brides of Allah". In Aditya Assarats "Wonderful Town" steckt der Welkino-Wurm. Der Blick der anderen ist der wahre Fluch: Audrey Estrougos "Regarde-moi". Zahlt Jaggers Mittagessen: Martin Scorseses Dokumentarfilm "shine a Light". Zeigt seine Heimatstadt als Fantasiegespinst: Guy Maddins Forumsfilm "My Winnipeg". Song-and-Dance-Exzesse mit Badminton-Spiel und Piratenkostüm: Farah Khans "Om Shanti Om" (Berlinale Special). Von Thekla Dannenberg, Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl