Im Halbschlaf. Roman

Rotbuch Verlag, Hamburg 2000
So lange sie sich zurückerinnern kann, hat es sie stets an einen anderen Ort gezogen, in ein anderes Land. Zu lange hatte die Erzählerin in der DDR ein Gefühl von Nichtdazugehörigkeit, von Nichtverankertsein. Angesichts der Übermächtigkeit der Vergangenheit und den Einschränkungen der Gegenwart scheint sie wie im Halbschlaf gefangen. Als sie mit ihrem Mann in die Sowjetunion zieht, um der DDR-Enge zu entfliehen, bemerkt sie, welch große Kraft es sie gekostet hat, immer und überall diesen Abstand zu wahren. Sie beschreibt, wie durch die Ausbürgerung von Wolf Biermann und die Reaktionen ihrer Freunde darauf ihr Leben in Berlin wieder näherrückt. Am Ende, zurückgekehrt nach Berlin, erlebt sie eine noch bedrückendere Enge, die fast zur Erstarrung führt. In der Klinik betreut sie ein Kind, das - ähnlich wie sie - abgekapselt in seiner eigenen Welt lebt.

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