Ich bin der Andere. Gesammelte Gedichte

Lenos Verlag, Basel 2004
Aus dem Französischen von Peter Burri. Herausgegeben von Claude Leroy. 1912 macht in Paris ein neuer, 25jähriger Dichter von sich reden: Mit seinem langen Poem "Ostern", das für einen existentiellen Wendepunkt in seinem jungen Leben steht, begründet der damals schon weitgereiste Blaise Cendrars aus La Chaux-de-Fonds seinen frühen Ruhm. 1913 publizierte er zusammen mit der Künstlerin Sonia Delaunay das legendäre Gedicht "Die Prosa von der Transsibirischen Eisenbahn", ein zwei Meter langes Leporello, auf dem Wort und Malerei eine bisher noch nie gesehene Symbiose eingehen. Bis 1924 folgen von Cendrars dann immer wieder Gedichtzyklen, mit denen er sich seinen festen Platz in der Geschichte der französischen Moderne erschreibt. Wie sein Zeitgenosse Guillaume Apollinaire bricht Cendrars radikal mit den Traditionen des 19. Jahrhunderts und gibt dem Aufbruch des frühen 20. Jahrhunderts eine eigene, unverstellte und subjektive Sprache. Denn Cendrars gehörte nie einer "Schule" an, sondern ging eigenständige Wege: im Schreiben wie auch im Leben.

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