

Konstantin K. Vaginov
Bocksgesang. Roman
Johannes Lang Verlag, Münster 1999
Herausgegeben und aus dem Russischen übersetzt von Gerhard Hacker. Mit einem Essay von Brian Poole. Mit dem "Bocksgesang" debütierte der Petersburger Lyriker Konstantin Konstantinovic Vaginov (1899-1935) als Romanautor. Mittels einer weithin szenischen Darstellung führt Vaginov einen Prozess vor Augen, von dem er selbst in besonderem Maße betroffen war: das Schicksal der Petersburger Intellektuellen, von denen viele in dem Roman wiederzuerkennen sind, und ihre komplexe Entwicklung zwischen Anpassung und Ausgrenzung im sozialistischen Alltag des neuen Leningrad. Diese Entwicklung - der Bruch in oder mit einer Epoche ist in unseren Zeiten wieder ein aktuelles Thema - wird als das gezeigt, was es letztlich für alle ist: eine Tradögie, ein "Bocksgesang" eben.