Magazinrundschau

Schließlich sind wir alle Sünder

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag
06.02.2024. Der New Statesman fürchtet, dass das Malthusianische Zeitalter nun doch eintritt: Nie gab es so viele Menschen auf der Erde, und so viele junge Menschen in den ärmsten Orten. Der New Yorker lässt sich von Ian Buruma mit Spinoza zum radikal freien Denken verführen. The Insider berichtet, wie ein FSB-Spion in der AfD versuchte, die deutsche Hilfe für die Ukraine zu behindern. In Elet es Irodalom versucht László Garaczi uns die Angst vor der Apokalypse zu nehmen. Und Pitchfork feiert ein Fest der Durchgeknalltheit mit Shitpost Modernism.

New Statesman (UK), 05.02.2024

Der englische Philosoph Thomas Robert Malthus hat nicht den besten Ruf, gilt weithin als Fatalist, dessen These von einer Übervölkerung der Erde und dem anschließenden Niedergang der Menschheit vielen durch die Entwicklung neuer Technologien widerlegt schien. Robert D. Kaplan ist sich da nicht so sicher: "Es besteht kein Widerspruch zwischen der Idee eines Malthusianische Zeitalters und schwindenden Wachstumsraten der Bevölkerung. In absoluten Zahlen wird die Weltbevölkerung von derzeit acht Milliarden Menschen sich weiter vergrößern, bis sie sich irgendwann bei gut zehn Milliarden einpendelt. Irgendwann gegen Ende des 21. Jahrhunderts wird die Menschheit sich zu verkleinern beginnen, was eigene Herausforderungen mit sich bringen wird. All das steht nicht im Zweifel. Die Jahrzehnte, die unmittelbar vor uns liegen, werfen freilich ganz andere Fragen auf. Tatsächlich altern Populationen nicht im Gleichschritt. Der Prozess ist deutlicher sichtbar in Nordamerika, Europa und Ostasien. In Afrika und einem Großteil des globalen Südens ist der Trend längst nicht so ausgeprägt, Jugendüberschuss wird die dortigen Gesellschaften noch für viele Jahre vor Probleme stellen. Nie gab es so viele Menschen auf der Erde, und so viele junge Menschen in den ärmsten Orten. In diesem Malthusianischen Zeitalter entstehen Kettenreaktionen aus Bevölkerungswachstum und Klimawandel, die Erde wird durch jene Fossilen Brennstoffe verschmutzt, die notwendig sind, um den Lebensstandard eines immer größeren Teils der Menschheit anzuheben."
Archiv: New Statesman