Magazinrundschau

Eine familiäre Veranlagung für Zeitreisen

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag
22.08.2023. In Granta erzählt der Historiker Arthur Asseraf, wie die Demenz seiner Großmutter ihn zu einem interessanteren Historiker machte. Himal empfiehlt eine Anthologie tibetischer Exilautoren. Harper's blickt auf die Tragödie der zerstrittenen iranischen Diaspora und auf die Generation X. New Lines erkennt in Modis Indien, dass Dekolonisierung auch ein Projekt rechter Regierungen sein kann. Der New Yorker beobachtet Elon Musk auf dem Weg zur Weltherrschaft. Meduza erzählt von einem weiteren russischen Giftmordversuch auf deutschem Boden.

Granta (UK), 25.07.2023

Arthur Asseraf ist Historiker und Franzose mit marokkanischen Vorfahren. Zwischen beidem tut sich für ihn eine seltsame Verbindung auf, als seine Großmutter und später sein Vater an Demenz erkranken, erzählt er in einem sehr lesenswerten Essay für die Onlineausgabe. Seine marokkanische Großmutter kam ihm schon als Kind vor "wie ein Alien. Damals dachte ich, ich könnte ihre Geschichten nicht verstehen, weil ich zu jung war." Um ihre Geschichten besser zu verstehen, wurde er Historiker und lernte, Geschichte aus der Distanz zu betrachten. Damit stellte sich nicht nur Kontext her, die Distanz half ihm auch zu verstehen und darüber zu sprechen, dass seine Großmutter, Tochter einer jüdischen Familie, eine Rassistin war. "Ihre Familie lebte in Marokko, soweit wir sie zurückverfolgen können. Und als die Franzosen kamen, öffneten sie ihren Mund für den Kolonialismus, aßen ihn, verdauten ihn und machten ihn sich zu eigen. Als sie mir sagte, sie sei nach Frankreich 'zurückgekehrt', als sie 1956 ihre Heimat Marokko verließ, war das keine Lüge: In ihrer Vorstellung hatte sie ihr ganzes Leben in einem imaginären Frankreich gelebt. ... Ich wollte mit dieser Welt nichts zu tun haben. Ich analysierte sie aus der Ferne. Auf Konferenzen stand ich vor Rednerpulten und konnte den Leuten ihre Vergangenheit besser erzählen als sie selbst." Bis er nach einer Panikattacke seiner Großmutter, die glaubte, man wolle ihn in ein Konzentrationslager verschleppen, begriff, dass sie - und später sein Vater - ganz in der Vergangenheit lebte, die plötzlich unmittelbar anschaulich wurde: "Als Historiker wird uns gesagt, dass eine ernsthafte Beschäftigung mit der Vergangenheit bedeutet, sich von der Gegenwart zu entfernen. Wie alle Formen der Isolation von der Welt, vom Mönchstum bis zur Zwangseinweisung, kann dies Trost oder Schmerz bringen. Aber während mein Vater langsam stirbt, fällt es mir immer schwerer, diesem Grundsatz zu folgen. Ich möchte nicht in einer anderen Zeit leben als er. Es gibt mehr als eine Möglichkeit, von der Gegenwart aus in die Vergangenheit zu gelangen. Man kann einen alten Briefumschlag öffnen und spüren, wie die Worte darin über die Lippen kommen; man kann versuchen, das genaue Rezept der Tajine seiner Großmutter wieder aufleben zu lassen, um es im Mund zu spüren. Ich würde gerne glauben, dass die Beobachtung, wie die Menschen, die ich am meisten liebe, den Verstand verlieren, mich zu einem besseren Historiker gemacht hat als meine Diplome und Bücher. Vielleicht müssen die Fähigkeiten, die ich so lange in der Schule gelernt habe, nicht wie Skalpellmesser benutzt werden, um die Geschichten meiner Familie zu sezieren. Vielleicht können sie mir helfen, ihnen näher zu kommen. Vielleicht ist es dieselbe Biegsamkeit des Gehirns, die uns dazu bringt, Geschichte und Demenz zu studieren. Eine familiäre Veranlagung für Zeitreisen."

In der neuen Printausgabe schreiben Tabitha Lasley über Schreiben und Dating, Diana Evans über Tanzen und Schreiben, Maartje Scheltens über Steve Reich und Brian Dillon über legendäre Drummaschinen.
Archiv: Granta

Himal (Nepal), 22.08.2023

Amish Raj Mulmi stellt einige Bücher tibetischer Autoren vor, die im Exil nach einem neuen Zugang zu ihrer alten Heimat suchen. Und auch hier lernt man verstehen, wie sehr die Erfahrung des Exils auf den Menschen lastet: "Wie eine tibetische Prophezeiung voraussagte, sind die 130.000 Exiltibeter auf der ganzen Welt wie Ameisen über die Erde verstreut und größtenteils unsichtbar geworden. Ihre Geschichte wurde unter dem Begriff der 'Tibet-Frage' subsumiert, was bedeutet, dass die individuellen Geschichten der Vertreibung und des Leids in der Regel in Überlegungen zu Politik, Territorium und Souveränität eingeordnet werden, die auf die Annexion der tibetischen Hochebene durch die chinesische Regierung in den 1950er Jahren folgten. Jetzt erhebt eine neue Generation tibetischer Schriftsteller, die in englischer Sprache schreiben, Anspruch darauf, die Stimme des Exils zu sein durch eine Literatur, die bewusst das Trauma der Vertreibung hervorhebt, den vorherrschenden Erzählungen über Tibet widerspricht und den Diskurs von der harten Politik der Tibet-Frage wegbewegt. Die zeitgenössische tibetische Literatur, die aus der Entwurzelung der Tausenden von Menschen entstanden ist, die vor ihnen die eisigen Pässe des Himalaya in ein fremdes Land überquert haben, rebelliert gegen die traditionelle Fetischisierung Tibets und seiner Kultur durch den Westen. Doch ein Vertriebener zu sein, bedeutet unweigerlich auch, performativ zu sein. Wie der Schriftsteller und Übersetzer Tenzin Dickie in der Einleitung zu der bahnbrechenden Anthologie 'The Penguin Book of Modern Tibetan Essays' schreibt: 'Im Exil kann es sich manchmal so anfühlen, als ob wir zu viel reden; wir versuchen immer zu schreien, unser Exil, unsere Unterdrückung zu unterstreichen. Während sich tibetisches Schreiben aus dem Inneren oft wie ein Code wirkt, kann das Schreiben von außen manchmal wie eine Karikatur erscheinen. Sie müssen sich verstecken, und wir müssen auftreten.'"
Archiv: Himal

Harper's Magazine (USA), 30.09.2023

Der Tod von Mahsa Amini, die von iranischen Tugendwächtern erschlagen wurde, weil ihr Kopftuch nicht richtig saß, hat auch die zerstrittene iranische Diaspora im Protest gegen das Mullahregime wieder zusammengebracht, erzählt der Autor Amir Ahmadi Arian. Unter den Demonstranten war auch Hamed Esmaeilion, ein Schriftsteller und politischer Aktivist, der 2009 mit seiner Familie nach Kanada emigriert war. Seine Frau und Tochter waren im Januar 2020 auf dem Nachhauseweg von einer Hochzeit im Iran, als das Zivilflugzeug, in dem sie saßen, von iranischem Militär abgeschossen wurde. Alle 176 Passagiere starben. Seitdem war Esmaeilion unermüdlich politisch aktiv, um die Islamische Republik Iran vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu bringen. Seine Hoffnung stieg mit den vereinten Protesten nach dem Tod Aminis, doch die Einigkeit der Diaspora hielt nicht an: "Im Dezember war Iran wieder in depressives Schweigen versunken, da die Menschen angesichts der ungezügelten Inflation darum kämpften, etwas zu essen auf den Tisch zu bringen. Die iranische Diaspora, die zu Depressionen und Ressentiments neigt, witterte die Niederlage und zog sich ins Internet zurück, wo sie eine lebhafte Nachbetrachtung anstellte. Alte Feindseligkeiten kamen zum Vorschein. Stammesdenken und Beschimpfungen verdrängten die Versuche, sich weiter zu organisieren. Im September standen Menschen aus dem gesamten politischen Spektrum vor der UNO zusammen und forderten ein Ende des derzeitigen Regimes. Fünf Monate später hielt ein Mann bei einer Kundgebung in Brüssel ein Anti-Schah-Plakat hoch, woraufhin einige Teilnehmer ihn fast totschlugen. ... Für mich und viele andere Iraner waren Esmaeilions Aufstieg, der überschwängliche Diskurs um ihn herum und das letztendliche Zerbrechen der Bewegung ein Beweis für die Anziehungskraft, aber auch für die tragischen Grenzen des Versuchs, vom Ausland aus Veränderungen herbeizuführen. Wenn das derzeitige Regime im Iran gestürzt werden soll, muss die Arbeit von den Menschen geleistet werden, die dort leben. All die Tweets und Instagram-Posts, die Solidaritätsbekundungen von Judith Butler, Kim Kardashian, Ted Cruz und Bernie Sanders, die Unterstützungsbekundungen von Staatsoberhäuptern und das Spektakel von Prominenten, die sich die Haare schneiden - all das ist nicht so effektiv wie ein einziger Protest auf den Straßen von Teheran. Doch für diejenigen von uns, die unserem Land tief verbunden bleiben, egal wie weit wir uns von ihm entfernt haben, ist es unmöglich, nichts zu tun. Esmaeilion, ein Schriftsteller und Zahnarzt, hat sich nicht freiwillig zu einer zentralen Figur im politischen Drama des Iran gemacht. Er wurde durch eine Tragödie dazu verdammt, die von eben jener politischen Korruption und Inkompetenz herrührte, der wir beide zu entkommen hofften, als wir das Land verließen. Das Schicksal von Esmaeilion könnte auch das meine sein."

Justin E.H. Smith gehört zur Generation X und ist deprimiert, wie er in einem sehr sehr langen Artikel klagt. Irgendwie scheint seine Alterskohorte es nicht zu schaffen, zwischen Babyboomern und Millenials einen Abdruck in der Geschichte zu hinterlassen. "Es wird oft behauptet, dass es nie einen Präsidenten der Generation X in den Vereinigten Staaten geben wird. Niemand will, dass wir an der Spitze stehen, und niemanden interessiert, was wir denken. In politischen Umfragen gehen die amerikanischen Nachrichtenagenturen häufig von den Boomern zu den Millennials über. Obwohl Coupland diese Bedeutung von X im Jahr 1991 sicher nicht voraussehen konnte, zeigt sich, dass unser Name, oder das Fehlen eines Namens, perfekt zu unserem allgemeinen Zustand der Unsichtbarkeit passt. Die Generation X ist die Generation, der man vielleicht später einmal einen richtigen Namen geben wird. Aber das ist schon mehr als dreißig Jahre her, und die Welt hat sich weiterentwickelt." Hin zu den Millenials, deren moralische Überheblichkeit ihn noch mehr nervt als der Ausverkauf der Boomer, weil ihnen "jede der ästhetischen oder moralischen Tugenden fehlt, von denen man jahrhundertelang glaubte, dass die Beschäftigung mit der Kunst sie kultivieren würde: Geschmack, Neugier, Phantasie, Mitgefühl mit den Elenden und den Gefallenen."

Auch Adam Kirsch befasst sich mit der Generation X. Das liest sich sehr viel interessanter, vielleicht weil er nicht über sich selbst schreibt. Obwohl andererseits gerade die autofiktionale Literatur das Ur-Genre dieser Generation ist: Zadie Smith, deren neuer Roman "The Fraud" gerade erschienen ist, Elif Batuman, Nicole Krauss, Teju Cole, Sheila Heti, Ben Lerner und Tao Lin. Aktivismus ist ihr Ding nicht, sondern Selbstreflexion, der Versuch, den Geist offen zu halten, wie Kirsch mit großer Sympathie erklärt: "Die Kinder der siebziger Jahre fühlen sich in dieser neuen Welt oft fehl am Platz. Es ist nicht so, dass sie sich naiv auf eine Zukunft in Frieden und Harmonie gefreut haben und nun beleidigt feststellen, dass diese nicht eingetreten ist. Es ist vielmehr so, dass ihr literarischer Blick schon früh nach innen gerichtet war und sie weiterhin glauben, dass es die authentischste Art, über Geschichte zu schreiben, während sich das Klima verschlechtert, durch das sich das Ich bewegt. ... Am Ende von 'The Fraud' trifft die Protagonistin Eliza auf Mr. Bogle's Sohn Henry, der vom Quietismus seines Vaters angewidert ist und sich zu einem politischen Radikalen entwickelt hat. Er wirft ihr vor, mehr daran interessiert zu sein, Ungerechtigkeiten zu verstehen, als etwas dagegen zu tun, und verkündet: 'Bei Gott, siehst du denn nicht, dass das, wonach junge Männer heute hungern, nicht Verbesserung oder Wohltätigkeit oder irgendeines der Schlagworte eurer Damenteegesellschaften ist? Sie hungern nach der Wahrheit! Nach der Wahrheit selbst! Nach Gerechtigkeit!' Diese Gewissheit und Dringlichkeit ist das Gegenteil davon, seinen Geist offen zu halten, und obwohl Eliza und Smith nicht bereit sind zu sagen, dass es falsch ist zu kämpfen, sind sie sicher, dass es nichts für sie ist: 'Sie konnte sich den von ihm beschriebenen täglichen Kampf des Lebens genauso wenig vorstellen wie die Überquerung des Atlantischen Ozeans in einem Heißluftballon.' Ob sie sich nun als Humanisten oder Ästheten, Realisten oder Visionäre bezeichnen, die einflussreichsten Schriftsteller, die in den siebziger Jahren geboren wurden, teilen diese grundsätzliche Unnahbarkeit. Für die nächste Generation, die Millennials, mag ihr Rückzug aus dem kollektiven Kampf verwerflich erscheinen. Für mich, und ich vermute, für viele Leser in meinem Alter, ist es ein Teil dessen, was sie zu so verlässlichen Ratgebern macht, um, wenn schon nicht die Zeit, in der wir leben, so doch zumindest die Zerrissenheit zwischen der Zeit und dem Selbst zu verstehen, das versuchen muss, sie zu bewältigen."

HVG (Ungarn), 22.08.2023

Der Dirigent Gábor Hollerung spricht mit Péter Hamvay unter anderem über die Neubesetzung des Postens des Direktors der Ungarischen Musikakademie durch die Regierung sowie über Vermittlung klassischer Musik an ein jüngeres Publikum "Unser Gamerkonzert, bei dem Tausende von jungen Menschen im Publikum saßen, war in der Tat von großer Bedeutung! Das ist für mich eine gute Entschädigung dafür, dass ich in der Stratosphäre der ungarischen Musik als Verräter gelte. Jedoch haben wir in 'Herzog Blaubarts Burg' von Bela Bartok keine einzige Note verändert, wir haben lediglich den Kommunikationskanal des Werks vereinfacht, um es zugänglicher zu machen. Bartók hätte sich darüber gefreut. Diejenigen, die uns als gesalbten und selbstverliebten Koryphäen des ungarischen Musiklebens kritisieren, wollen die klassische Musik als ein schwer zugängliches Geheimnis bewahren. Sie versprechen, dass bei gutem Benehmen und wenn man ehrfürchtig zuhört, an den Brosamen eines Wunders teilhaben kann. Aber diese Haltung wird das Ende der klassischen Musik bedeuten. Die Verbindung zwischen der klassischen Kultur und den jungen Menschen erodiert bereits jetzt."
Archiv: HVG

Time (USA), 06.07.2023

Janell Ross schreibt über die immer lauter werdenden Forderungen nach Reparationszahlungen von ehemaligen Sklavenhaltergesellschaften an die Nachfahren der Versklavten. Sie macht sich auf nach Barbados, wo die Bewegung in besonderem Maße an Fahrt aufnimmt. Einen der Gründe hierfür sieht Ross in der besonders hohen Profitrate der historischen Sklaverei auf der Karibikinsel: "Die enormen Profite inspirierten das weltweit erste Sklavereigesetz, erlassen in Barbados in 1661. Das Gesetz regelte Rechten und Pflichten im Alltagsleben schwarzer und weißer Menschen, und es brachte Glaubenshaltungen hervor, die teilweise heute noch verbreitet sind, wie Kevin Farmer, Direktor der Barbados Museum and Historical Society mir erzählt. Die Profite waren so enorm, dass Goßgrundbesitzer aus Barbados zu den Investoren gehörten, die die British East India Company finanzerten. Im 18. Jahrhundert trug einer der Nachkommen von James Drax dazu bei, das wortwörtliche Buch 'Instructions for the Management of Negros' zu verfassen, in dem beschrieben wird, wie Geschäfte nach Ansicht der Plantagenbesitzer von Barbados zu führen sind." Bis heute besitzt die Drax-Familie 600 Hektar Land und Drax Hall auf Barbados. "Richard Drax ist auch der größte einzelne Landbesitzer in der englischen Grafschaft, die er im Parlament vertritt. Das ist das Besondere an einer Insel, auf der auch heute noch nur knapp 285.000 Einwohner leben. Menschen und Orte sind eng miteinander verbunden. Die vergilbten Aufzeichnungen in den Nationalarchiven von Barbados und im Museum stellen eine Verbindung zwischen bestimmten, aber längst verstorbenen Personen und den Lebenden her."
Archiv: Time
Stichwörter: Reparationen, Barbados, Sklaverei

New Lines Magazine (USA), 14.08.2023

Dekolonisierung, denkt man immer, sei links. Aber in Indien ist es die hindu-nationalistische Regierungspartei Narendra Modis, die äußerst aktiv eine Dekolonisierungspolitik betreibt und im Mainstream verankert, erzählt Sanya Dhingra. Selbst der Guardian erkannte das 2014 in einem Editorial, das den Wahlsieg Modis "als eine grundlegende Abkehr von der postkolonialen Entwicklung des unabhängigen Indiens würdigte, die das Ende einer Ära markierte, in der Indien von Machtstrukturen regiert wurde, die sich nicht wesentlich von denen des britischen Raj unterschieden. 'Indien unter der Kongresspartei war in vielerlei Hinsicht eine Fortsetzung des britischen Raj mit anderen Mitteln', heißt es in dem Artikel, in dem ein Gefühl nachhallt, das von den Hindu-Nationalisten mit Nachdruck geteilt wurde." Und der linksliberale Guardian war nicht der einzige, der diese Veränderung begrüßte. "Sogar China - mit dem die Modi-Regierung in den letzten drei Jahren besonders angespannte Beziehungen hatte, einschließlich tödlicher Scharmützel an der Grenze - lobte Indien für seine vermeintlichen Bemühungen um Entkolonialisierung." Es gibt dann aber doch einen Haken: "Für den rechten Flügel begann die Kolonisierung Indiens nicht mit dem britischen Empire im 18. Jahrhundert. Vielmehr begann sie mit der Ankunft muslimischer Herrscher oder 'Invasoren' auf dem Subkontinent im achten Jahrhundert. Die Mughals, die Khiljis, die Tughlaqs, die Lodis - die verschiedenen und nicht miteinander verbundenen muslimischen Dynastien, die Teile Indiens während eines 1000-jährigen Zeitraums vom achten bis zum 18. Jahrhundert regierten - sie alle sind nach dem Verständnis der Hindu-Nationalisten Teil der  'islamischen Kolonisierung' oder Invasion Indiens. In seiner ersten Rede vor dem indischen Parlament im Jahr 2014 griff Modi dieses Verständnis von Kolonialisierung auf. 'Die Sklavenmentalität von 1.200 Jahren macht uns zu schaffen. Wenn wir auf eine Person von hohem Rang treffen, haben wir oft nicht die Kraft, unsere Stimme zu erheben', sagte er und entfachte damit sofort die Debatte darüber, was die Kolonisierung Indiens ausmacht."

In Gambia wurden unter dem Diktator Yahya Jammeh tausende Menschen als Hexen verfolgt, verschleppt und zwangsweise mit Mitteln "kuriert", die ihre Gesundheit dauerhaft ruiniert. Als 2017 Adama Barrow an die Macht kam, versprach er, die Opfer zu entschädigen. Aber viel passiert ist seither nicht, berichtet Andrei Popoviciu. "Trotz des öffentlichen Willens, Jammeh und seine Handlanger strafrechtlich zu verfolgen, und trotz der Arbeit der Wahrheits-, Versöhnungs- und Wiedergutmachungskommission (TRRC) des Landes, die als eine der effizientesten und transparentesten Organisationen dieser Art in der Welt bezeichnet wird, hat die junge demokratische Regierung Gambias wenig getan, um den Prozess der Entschädigung und Unterstützung der Opfer Jammehs zu beschleunigen. Was von außen wie eine erfolgreiche Initiative zur Übergangsjustiz aussieht, fühlt sich für die Opfer wie ein quälend langsamer Prozess an. Viele von ihnen leiden unter lebensverändernden medizinischen Problemen, die eine sofortige und kontinuierliche Behandlung erfordern, sowie unter einer anhaltenden Stigmatisierung, die Gemeinschaften und Familien auseinandergerissen hat. ... Die Strategie der Regierung erstreckt sich zwar über die nächsten fünf Jahre, aber Kimbeng Tah, ein Justizbeamter, sagte, dass ein realistischer Zeitrahmen für die Umsetzung aller Empfehlungen mindestens ein Jahrzehnt beträgt. Verglichen mit anderen Prozessen der Übergangsjustiz in Afrika steht Gambia damit an der Spitze, was Effizienz und Geschwindigkeit angeht, auch wenn der Zeitrahmen länger ist, als manche Opfer noch zu leben haben. Die Gambier wissen aber auch, dass viele Regierungen, die in Ländern wie Liberia, Sierra Leone und Südafrika Wahrheitskommissionen eingesetzt haben, es nicht geschafft haben, deren Empfehlungen so umzusetzen, dass die Wunden, die ihre Mitbürger erlitten haben, geheilt wurden."

Guardian (UK), 21.08.2023

Der Germanist und politische Analyst Hans Kundnani stellt zentrale Thesen seines neuen Buchs "Eurowhiteness: Culture, Empire and Race in the European Project" vor. Europa definiert sich gern als Negation des Nationalismus, meint der Autor; tatsächlich sei es selbst jedoch ein regionalistisches Projekt und dieser Regionalismus habe mit dem vermeintlich überwundenen Nationalismus einiges gemeinsam: "Pro-Europäer glauben, dass Europa etwas anderes ist als eine Nation, vielleicht gar das glatte Gegenteil und dennoch reden sie oft ähnlich über Europa wie Nationalisten über Nationen reden. Ein gutes Beispiel ist die Idee von Europa als einer Schicksalsgemeinschaft. In einem nationalen Kontext wird das Konzept normalerweise als problematisch betrachtet, ganz besonders in Deutschland. Der Begriff suggeriert, ist der Konsens, eine atavistische, präpolitische Idee der Nation. Auf Europa hingegen wenden ihn die Proeuropäer häufig an, und gehen dann davon aus, dass er unproblematisch ist, solange er auf der regionalen anstatt auf der nationalen Ebene verbleibt. So schrieb der französische Philosoph Edgar Morin etwa 1990, die Europäer wären sich nach 1945 ihrer gemeinsamen Bestimmung bewusst geworden und seien 'im Augenblick der Schicksalsgemeinschaft angekommen'. Seit die Europäer sich mehr und mehr bedroht fühlen, insbesondere seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine, hat sich der Eindruck einer Schicksalsgemeinschaft verstärkt. Das kulturelle Element des europäischen Regionalismus verschwand nicht nach 1945, wie viele Proeuropäer glauben; vielmehr wirkte es in subtilerer Form fort - und beeinflusste das europäische Nachkriegseuropa, das keineswegs einen rein zivilgesellschaftlichen Regionalismus hervorbrachte."
Archiv: Guardian

Wired (USA), 18.08.2023

Mit der kometenhaften Entwicklung der Fähigkeiten von Künstlicher Intelligenz in den letzten Monaten ist auch der gute alte Turing-Test Geschichte, schreibt Ben Ash Blum (was der Turing-Test ist, erklärt Wikipedia in aller Kürze sehr gut). Wäre es daher nicht langsam Zeit, Künstlicher Intelligenz Subjektstatus zuzugestehen? Von dämonisierender "Entmenschlichung" der Maschinen-Intelligenz hält Blum jedenfalls nichts - und Alan Turing wäre wohl auf seiner Seite, meint er. Denn "KIs zu entmenschlichen, amputiert uns von unseren mächtigsten kognitiven Werkzeugen, um über KIs nachzudenken und sicher mit ihnen zu interagieren. ... Schmähbegriffe wie 'stochastische Papageien' bestätigen zwar unser Selbstbild, wie einzigartig und überlegen wir sind. Aber sie zerstören auch unsere Fähigkeit, zu staunen und ersparen es uns, schwerwiegende Fragen nach der Subjektivität in Maschinen und in uns selbst zu stellen. Alles in allem sind ja auch wir stochastische Papageien, die auf komplexe Weise all das remixen, was wir von unseren Eltern, unseren Freunden und Lehrern gelernt haben. Auch wir sind verschwommene JPEGs aus dem Netz, die auf nebulöse Weise Wikipedia-Fakten in unsere Abschlussarbeiten und Magazinartikel erbrechen. Wenn Turing in einem Fenster mit ChatGPT plaudern würde und in einem anderen mit mir an einem durchschnittlichen Morgen vor dem ersten Kaffee, wäre ich dann gar so selbstsicher, wen von uns beiden er eher als vernunftbegabt einschätzen würde?"
Archiv: Wired

Eurozine (Österreich), 21.08.2023

Das Europa der Nachkriegszeit und einige seiner wichtigsten Intellektuellen, wie Jürgen Habermas und Jaques Derrida, gründeten die europäische Idee auf der Vorstellung einer "unendlichen agora" schreibt der ukrainische Philosoph Wolodimir Yermolenko. Dabei wurde vergessen, dass Frieden ohne Sicherheit unmöglich ist. Im Gegensatz zum agon, der "jegliche Interaktion als latenten Kampf" versteht, meint agora das lösen von Konflikten in einem Prozess von Austausch und Kompromiss: "Beide (Habermas und Derrida) glaubten, dass ein ewiger Prozess des Austauschs und der Ersetzung die Antwort auf den religiösen und metaphysischen Dogmatismus früherer Epochen sei. Was sie nicht erkannt haben, ist, dass Agora ohne Agon unmöglich ist. In einem Stadtstaat kann es keinen unendlichen Dialog geben, es sei denn, man baut eine Festung, die die Stadt vor potenziellen Angreifern schützt." Unter dem Schutz der NATO, konnten die europäischen Demokratien weiter vom "ewigen Frieden" träumen, so Yermolenko, und machten sich damit angreifbar: "Die Demokratie verwandelt sich nicht mehr in ein Imperium, sie wird vom Imperium angegriffen. Dieses Imperium und seine autoritären Verbündeten sehen, dass die Demokratien schwach und ungeschützt sind. Dass sie den Kampfgeist verloren haben. Dass sie die ritterliche Kultur der Vergangenheit verhöhnen. Und dass sie deshalb angegriffen und schließlich vernichtet werden können. Der russische Krieg gegen die Ukraine ist ein Angriff auf Europa. Russland befindet sich im Krieg mit Europa. Es ist an der Zeit, diese Tatsache voll und ganz zu akzeptieren und alle notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Die Agora ist nicht genug. Es gibt Zeiten, in denen man sie verteidigen muss. Und den Agon als Element der eigenen Identität wiederbeleben muss."
Archiv: Eurozine

Foreign Affairs (USA), 17.08.2023

Jade McGlynn und Kirill Shamiev beschreiben Putin eher als einen Imperialisten denn als ein Nationalisten, und schon gar nicht sei er ein Ethnonationalist. In seinen politischen Äußerungen schließt er russische Staatabürger anderer ethnischer Herkunft stets ein, sofern sie sich der Herrschaft des Zaren beugen. Aber nach Putin, so die Autoren, besteht eine Gefahr, dass sich ein russischer Ethnonationalismus Bahn bricht. "Die meisten Szenarien eines Russlands nach Putin sagen ein hohes Maß an politischer Instabilität voraus, und in einer Zeit des Chaos könnte ein ethnozentrischer Nationalismus für viele Russen ein Trost sein. Vor allem, wenn der Krieg in der Ukraine in irgendeiner Form mit einer Niederlage für Russland endet, müsste jeder Führer, der Putin nachfolgt, die Legitimität des Volkes aus etwas anderem als dem Imperialismus ableiten. Da der Staat diskreditiert ist, müsste er das Russentum vom Staat unterscheiden - mit anderen Worten, er müsste eine Art von Volksnationalismus wiederherstellen. Wenn dies eine inklusive Version des Nationalismus bliebe, könnte er einen Weg zu einem kohärenteren Gefühl der russischen Nationalität bieten, das nicht von imperialistischer Expansion abhängt, um es zusammenzuhalten. Doch in einer Gesellschaft, die durch einen Krieg, den sie der Ukraine zugefügt hat, traumatisiert ist, hätte der Ethnonationalismus einen Vorteil, da er an den grundlegenden menschlichen Wunsch appelliert, sich anderen überlegen zu fühlen und einer exklusiven Gruppe anzugehören. Eine ethnonationalistische Wende wäre für Russland unbestreitbar hässlich. In Tschetschenien, Dagestan und anderen ethnischen Regionen könnte sie zu neuen separatistischen Forderungen führen und sogar weiteres Blutvergießen auslösen."
Archiv: Foreign Affairs
Stichwörter: Russland, Imperialismus, Dagestan

Pitchfork (USA), 14.08.2023

Der Doppelstreik in Hollywood wirkt sich auch auf Musiker und Komponisten aus, denen die Aufträge kontinuierlich wegbrechen, schreibt Marc Hogan in seiner Reportage. Bei einigen sind die Rücklagen aufgebraucht, hier und da musste bereits Assistenten gekündigt werden. "Da die Musiker gezwungen wurden, die Dollars, die sie einst aus Albenverkäufen erhielten, gegen die Cent-Bruchteile einzutauschen, die das Streaming für sie abwirft, wurde das Lizenzgeschäft von Musik für Film und Fernsehen als Einnahmequelle immer wichtiger. Der Recording Industry Association of America zufolge generierten in visuellen Medien platzierte Songs im letzten Jahr 2,4 Prozent des gesamten Musikumsatzes in den USA: 382,5 Millionen Dollar gegenüber 306,5 Millionen Dollar im Jahr zuvor. ... Werbeclips, Realityshows, Zeichentrickserien und Videospiele sind vom Streik zwar generell ausgenommen und auch gewisse unabhängige Projekte, wie etwa Filme des Indie-Schwergewichts A24, sind vom Streik freigestellt. Es sind also nicht alle Lizenzmöglichkeiten versperrt. Aber wie ein Widerhall der ersten Covid-Tage sehen derzeit viele in der Musikgemeinde für eine unbestimmte Zeit Einkunftseinbußen entgegen. Doch anders als bei der Pandemie folgt diese Ausfallzeit in grausamer Ironie dem Umstand, dass Hollywood-Autoren und -Schauspieler für ihre Rechte kämpfen, wie es Musiker selbst nicht in Anspruch nehmen können. Auch nach dem Streik könnte sich eine weitere Abschwächung zeigen, wenn sich, wie einige Beobachter anmerken, der Boom qualitativ hochwertiger TV-Serien des letzten Jahrzehnts als nicht weiter tragfähig entpuppt. 'Die Branche ist gerade drauf und dran, komplett neu definiert zu werden', sagt Musiksupervisor Maggie Phillips. 'Peak TV ist am Ende.'"
Archiv: Pitchfork

Meduza (Lettland), 22.08.2023

Russische Mordversuche finden weiterhin auf deutschem Boden statt, ohne dass sich die deutsche Öffentlichkeit darüber allzusehr echauffiert (wenn man etwa vergleicht, wie die Briten auf die Vergiftung Sergej Skripals und seiner Tochter reagierten). Die russische Onlinezeitung Meduza (mehr hier) lässt die Journalistin Elena Kostyuchenko in einem Artikel ausführlich über ihre mögliche Vergiftung durch russische Agenten schreiben. Sie erzählt, wie sie am 24. Februar 2022 aus Russland floh und danach von Mariupol aus berichtete. Schon zu diesem Zeitpunkt haben russische Agenten sie im Visier, erfährt sie durch einen ihrer Kontakte, den Chefredakteur der Novoya gazeta Dmitri Muratow. Im deutschen Exil fühlt sie sich auf der Rückreise von München nach Berlin plötzlich krank. "Im Zug fand ich meinen Platz und ging direkt zur Toilette. Ich holte ein paar Papiertücher und fing an, mich überall abzuwischen. Es stellte sich heraus, dass ich sehr verschwitzt war. Der Schweiß roch stark nach verfaultem Obst. (...) Dann habe ich versucht, mich wieder an das Korrekturlesen zu machen, aber ich bin schnell zusammengebrochen. Die Kopfschmerzen wurden immer schlimmer. Schwitzend ging ich auf die Toilette, um mich mit weiteren Papiertüchern abzuwischen." Als sie in Berlin ankommt, glaubt sie, dass es sich bei ihr um eine erneute Corona-Erkrankung handeln würde. "Blödes Covid, dachte ich. (...) Mein Bauch tat immer mehr weh. Es tat sogar weh, meine Haut zu berühren. In dieser Nacht und in den folgenden Nächten schlief ich kaum. Immer, wenn mich der Schlaf übermannte, wurde ich sofort von den Schmerzen geweckt. Wenn ich versuchte, zu sitzen oder zu stehen, drehte sich mein Kopf. Nach drei Tagen war mir klar, dass ich nirgendwo hingehen würde. Und das war nicht Covid-19." Nein, die Kriminalpolizei geht mittlerweile von einer Vergiftung durch russische Agenten aus, ähnlich wie bei dem Tiergarten-Mord.
Archiv: Meduza

Elet es Irodalom (Ungarn), 18.08.2023

Der junge Dichter Ádám Vajna spricht mit Nikolett Antal unter anderem über die Bedeutung der Literatur im ungarischen Lehrplan, sowie über Schreiben als politische Handlung. "In der Einleitung des nationalen Curriculums heißt es, dass die Literatur einer der Schlüssel zum Überleben der Nation ist. Somit wird das Schreiben von Literatur sofort als nationaler Akt geframet. Ich habe selbst gemerkt, wie stark dies auf mein Denken wirkt und auch die Art und Weise bestimmt, wie ich Gedichte schreibe. Ich musste und muss also etwas mit der Nation, dem Heimatland oder dem Ungarischen anfangen. Das nationale Dasein als Definitionsfaktor für den Menschen - das ist bis heute eine sehr starke Prägung in mir. (...) Wenn wir Lyrik als etwas betrachten, das nicht für die Schublade, sondern für ein größeres Publikum gedacht ist, dann wird dieser Akt, sich vor andere zu stellen und etwas zu sagen zwangsläufig politisch. Als Sándor Weöres vor der Wende Kindergedichte schrieb, tat er das auch, weil er nicht explizit über öffentliche Themen schreiben durfte. Der Dichter betritt somit bei allem, was er tut, immer eine Art politischen Raum. Auch wenn er es nicht will."
Stichwörter: Ungarische Literatur

New Yorker (USA), 28.08.2023

Das ist mal wieder so ein Artikel, aus dem HBO eine fette Serie wie "Succession" machen könnte, à la "Elon Musk auf dem Weg zur Weltherrschaft". Wenn man Ronan Farrows 60.000 Zeichen durch hat, findet man diesen Titel gar nicht mehr so abwegig und um so unheimlicher, als Farrow gegen Ende seines Artikels vor allem auf Elon Musks depressive Tendenzen, seinen angeblichen Drogengebrauch, sein Querdenkertum und seine immer trolligere und verrücktere Rhetorik zu sprechen kommt. Die entscheidenden Passagen finden sich dennoch eher im ersten Drittel des Artikels, denn sie zeigen, dass ganz Amerika im Grunde längst von diesem Mann abhängig ist, und nicht nur Amerika, denn die komplette Kommunikationsstruktur der ukrainischen Kriegsführung hängt an dem Internetzugang, den Elon Musk ihr über seine Internetsatelliten via Starlink gewährt. Das große Geld hat schon häufiger eine Rolle in Kriegen gespielt, so Farrow. Aber "es gibt kaum einen Präzedenzfall dafür, dass ein Zivilist zum Schiedsrichter eines Krieges zwischen Nationen wird, und auch nicht für den Grad der Abhängigkeit, den die USA jetzt von Musk in einer Vielzahl von Bereichen haben, von der Zukunft der Energie und des Transports bis zur Erforschung des Weltraums. SpaceX sind derzeit die einzigen Raketen, mit denen die NASA Besatzungsmitglieder von amerikanischem Boden in den Weltraum transportieren kann - eine Situation, die noch mindestens ein Jahr andauern wird. Der Plan der Regierung, die Autoindustrie auf Elektroautos umzustellen, erfordert einen besseren Zugang zu Ladestationen entlang der amerikanischen Autobahnen. Dies hängt jedoch von den Maßnahmen eines anderen Musk-Unternehmens, Tesla, ab... Seit zwanzig Jahren sucht Musk angesichts bröckelnder Infrastruktur und eines schwindenden Vertrauens in die Institutionen nach Business-Chancen in wichtigen Bereichen, aus denen sich der Staat zurückgezogen hat." Und "seine Macht wächst weiter. Seine Übernahme von Twitter, das er in 'X' umbenannt hat, bietet ihm ein entscheidendes Forum für den politischen Diskurs im Vorfeld der nächsten Präsidentschaftswahlen."

Außerdem: Sam Knight versenkt sich für eine Reportage tief in die Welt der Bio-Bienenhalter - und fragt sich angesichts neuerer Forschungsergebnisse, wonach wilde Bienen viel resistenter sind als bisher angenommen, ob Bienenhaltung wirklich in Ordnung ist. Und Filmkritiker Richard Brody stellt beim Sichten einer neuen Amazon-Doku über Wayne Shorter fest: Der kürzlich verstorbene Jazz-Saxofonist war ein Nerd und echter Filmfreak. Der Trailer gestattet einen ersten Einblick:

Archiv: New Yorker
Stichwörter: Musk, Elon, Farrow, Ronan, Tesla