Heute in den Feuilletons

Die republikanische Geste

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
19.06.2009. In The Daily Dish erklärt Andrew Sullivan, warum er die iranische Demokratiebewegung so leidenschaftlich unterstützt. Die Welt bringt einen Artikel Ramin Jahanbegloos, der die Proteste im Iran als den politischen Kampf des republikanischen Iran gegen seine klerikale Oligarchie sieht. In der Jungle World legt Christian Engström von der Persian Bay dar, warum er eine Begrenzung des Urheberrechts auf fünf Jahre für ausreichend hält. Die deutschen Blogger sind empört über das nun verabschiedete Internetzensurgesetz von Ursula von der Leyen. Die Feuilletons trauern um Ralf Dahrendorf.

Aus den Blogs, 19.06.2009

Wenn Politiker gelogen haben, sind sie damit oft durchgekommen. Mit dem Allesspeicher Internet ist das nicht mehr so einfach, stellt Thomas Knüwer in Indiskretion Ehrensache fest: "Die Schlammschlacht um die Internet-Sperren hat dies in den vergangenen Wochen deutlich demonstriert. Da sonderte Ursula von der Leyen eine knackige Formulierung nach der anderen ab, sprach vom Millionenmarkt Kinderpornographie und den Erfolgen anderer Länder mit Sperrlisten - und dann ergab die Anfrage der FDP, dass die Bundesregierung keinerlei Wissen in diesen Bereichen gesammelt hat. Sie also gelogen hat." Und das lässt sich heute eben von jedermann nachprüfen.

(Via lawblog) Torben Friedrich, 22-jähriges SPD-Mitglied, erklärt in einem Offenen Brief, warum er aus der SPD austreten wird, wenn das Internetzensurgesetz beschlossen wird: "Wenn Zensur auf dem Rücken mißbrauchter Kinder durchgesetzt werden soll, wenn das Medium, das meinen Lebensalltag bestimmt und mitbestimmen wird, staatlicher Willkür ausgesetzt wird, wenn die SPD sich von meiner und von zukünftigen Generationen vollständig verabschiedet, bin ich nicht länger bereit, in dieser Partei mitzuwirken."

"Wie konnte es dazu kommen", fragt Marcel Weiss in Netzwertig, wo auch gleich ein Vorschlag zur Bekämpfung weiterer sozialer Probleme durch Stoppschilder gemacht wird.



In einem eigenen Kommentar sieht Udo Vetter in seinem lawblog mit dem Gesetz zur Internetzensur in Deutschland "jene Instrumente" geschaffen, die man in Teheran jetzt auch gerne funktionsfähig bereitstehen hätte..."

Der Anwalt Thomas Stadler möchte eines "hier ganz deutlich sagen. Die Abgeordneten, die dem Gesetz zustimmen, werden damit faktisch die Verbreitung kinderpornografischer Inhalte fördern und damit das Gegenteil dessen erreichen, was sie vermutlich wollen. Gleichzeitig wird eine Struktur etabliert, die als Zensur-Infrastruktur zumindest tauglich ist und wegen des als Overblocking bezeichneten Effekts werden zudem eine ganze Menge legaler Inhalte in Mitleidenschaft gezogen werden. Und auch wenn manche es als Formalität betrachten - die es nicht ist - aber dem Bund fehlt schlicht die Gesetzgebungskompetenz, worauf in der Sachverständigenanhörung auch sehr deutlich hingewiesen wurde."

Anke Gröner erklärt: "Heute wird der letzte Tag sein, an dem ich an die freiheitliche Grundordnung, mit der ich aufgewachsen bin, glauben kann." Nerdcore erklärt seine Unabhängigkeit "von dieser ekelhaften Politik der Inkompetenz, der Heuchelei und der Lügen". Und Ralf Schwartz fragt in der Mediaclinique, warum zum Teufel sich der unabhängige Online-Beirat der SPD erst fünf Sekunden vor Schluss von dem Zensurgesetz distanziert hat und zurückgetreten ist. Bei Wortfeld kann man überprüfen, welcher Abgeordnete gestern wie gestimmt hat.

Google veröffentlicht bei Nationalfeiertagen und ähnlichen Anlässen ja immer wieder launige kleine Variationen, auch Google Doodle genannt, auf sein Markenzeichen. 3quarksdaily unterstützt einen Vorschlag für den heutigen Freitag:

Hier kann man Google ermuntern, die Idee zu verwirklichen. Das Social-Media-Blog Mashable meldet unterdes, dass Google Translate jetzt auch automatische Übersetzungen aus Farsi in Englisch bietet.

In feierlichen Worten erklärt Urblogger Andrew Sullivan auf Daily Dish, warum er die Demokratiebewegung im Iran so leidenschaftlich unterstützt: "The forces of democracy have marshalled in Iran for accountability, transparency and fairness. Wherever they marshall, we should stand with them, especially in the blogosphere, where our Iranian brothers and sisters built the foundation for this moment."

Jordan Ellenberg erklärt in Slate, warum die von der iranischen Opposition vorgebrachten Statistiken nicht ausreichen, um einen Wahlbetrug nachzuweisen.

Hier eine Unterstützerseite der iranischen Diaspora: wherismyvote.org.

Und immer mal wieder bei #Iran Election und im Guardianblog und auch bei The Lede nachgucken! Auch die Huffington Post ist vorne mit dabei.

Tagesspiegel, 19.06.2009

Für das Schweigen Obamas zu den iranischen Protesten hat Malte Lehming Verständnis, nicht aber für das Schweigen der deutschen Politiker. "Angela Merkel wollte sich einst mit dem Thema Menschenrechte, vielleicht auch wegen ihrer Ost-Biografie, von der moralnegierenden Hinnahmehaltung ihres Vorgängers absetzen. Ob in Peking oder Moskau: Die Kanzlerin zeigte Flagge - und Mut. Sie empfing sogar den Dalai Lama. Jetzt wäre es für sie an der Zeit, dem Westen in seinem Verhältnis zum Iran eine Stimme zu geben. Gerade weil andere schweigen müssen, muss sie das Wort ergreifen."

Kurt Sagatz erklärt die Technik, mit der totalitäre Staaten ihre Bevölkerung im Netz kontrollieren.
Stichwörter: Dalai Lama, Iran, Angela Merkel

Welt, 19.06.2009

Die Welt übernimmt von Global Viewpoint einem Artikel des iranischen Philosophen Ramin Jahanbegloo, der den ewigen Konflikt zwischen der "Souveränität Gottes und des Volkes" im Iran nachzeichnet und eines sehr deutlich macht: "Die gegenwärtigen Auseinandersetzungen zwischen Reformern und Anhängern Ahmadinedschads stehen nun in der Tat für den politischen Kampf des republikanischen Iran gegen seine klerikale Oligarchie. Die republikanische Geste gilt dabei fast ausschließlich der Legitimierung des öffentlichen Raums, das klerikale Establishment aber will das Urteil der Öffentlichkeit keinesfalls legitimieren. In einem Augenblick wie diesem sollte man eines nicht vergessen: Mit jedem Tag, an dem die Demokratie bedroht, zum Schweigen gebracht und noch einmal aufgeschoben wird, verlieren die Machthaber an Glaubwürdigkeit und vertieft sich die Legitimitätskrise des ganzen Systems. Sollte die Gewalt im Iran eskalieren, könnte das auch eine Eskalation der Gewalt im Nahen Osten bedeuten und die internationalen Bemühungen in Sachen Atomprogramm, Irak oder Afghanistan verkomplizieren."

Ulrich Weinzierl freut sich über den Friedenspreis für den italienischen Intellektuellen Claudio Magris, der von Triest aus Mitteleuropa wiederentdeckte: "Triest als Brennpunkt ethnischer und ideologischer Konflikte, die Stadt am Meer mit ihren kreuz und quer verlaufenden geopolitischen und geistigen Bruchlinien, galt und gilt ihm als Inbegriff der Idee Mitteleuropa. Dass er dabei stets die Ambivalenz jeder Grenze - sie ist Schranke und Brücke zugleich - bedenkt, beflügelt seine Fantasie und Schöpferkraft."

Den Nachruf auf Ralf Dahrendorf übernimmt Thomas Kielinger auf der Seite drei.

Weiteres: Hannes Stein stemmt sich gegen die allgemeine Begeisterung über New York begrünte Hochbahn-Trasse. Besprochen werden Maren Ades Film über die moderne Liebe "Alle anderen", Werner Schroeters Tragödienstück in Berlin und eine Ausstellung zu Jürgen Habermas in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt.
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Twitterfeed der Verlage

Jungle World, 19.06.2009

Pirate Bay hat sich in The Persian Bay umbenannt und zum Unterstützungsforum für Irans Opposition umfunktioniert.

Im Interview mit Daniel Steinmaier fordert Christian Engström, der erste Europa-Abgeordnete der schwedischen Piratenpartei, eine Beschränkung des Urheberrechts auf insgesamt fünf Jahre (von jetzt 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers): "Das Urheberrecht soll es Investoren ermöglichen, Geld in etwas zu investieren, indem eine rechtliche Grundlage für die Erwartung geschaffen wird, dieses Geld zurückzubekommen. Aber kein ­Investor auf der Welt rechnet mit einer Rückzahlungszeit von 120 Jahren! Niemand denkt sich, gut, die ersten 100 Jahre werde ich mit meinen geistigen Bemühungen nichts verdienen, aber dann werden sich meine Anstrengungen auszahlen... Der größte Nachteil der jetzigen Regelung ist, dass der allergrößte Teil der Kultur des 20. Jahrhunderts nicht genutzt und verbreitet werden darf, weil dies schlicht illegal wäre - denn entweder gehören diese Kulturgüter einigen großen Unternehmen, oder aber niemand weiß, wem die Rechte an ihnen gehören."

FR, 19.06.2009

Claus Leggewie kommt in seinem Nachruf auf Ralf Dahrendorf auch auf eine Episode im Jahre 1968 zu sprechen: "Es war dem Lord nicht sehr recht, ständig an seine Freiburger Spontandebatte mit dem SDS-Theoretiker Rudi Dutschke erinnert zu werden. Generationsgemäß neigte ich dazu, dem Mann im Pullover Recht zugeben. Doch in der Substanz schwante einem schon, dass der Freidemokrat Recht behalten sollte." Das Protokoll bietet heute auch einen frohen Anlass. Arno Widmann kommentiert: "Seit 1986 sein Buch 'Donau - Biografie eines Flusses' erschien, hätte Claudio Magris den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekommen müssen." Nun bekommt er ihn also.

Weiteres: Renate Wiggerhaus bespricht Louis Begleys Buch über die Guantanamo als moderne Version der Dreyfus-Affäre. Harry Nutt war dabei, als Klaus-Dieter Lehmann Zwischenbilanz beim Goethe-Institut hielt. Christian Thomas feiert Mahmud Doulatabadis Roman "Der Colonel" als Roman der iranischen Revolution vor dreißig Jahren. Christoph Schröder berichtet von der Verleihung des Preises der Literaturhäuser an Weltensammler Ilija Trojanow. Besprochen wird Händels Oper "Floridante" in Halle.

Auf der Medienseite veröffentlichen Khyana el Bitar, Patrick Gurris und Matthias Keilich zum 40. Geburtstag des Verlags der Autoren einen Klagegesang der Drehbuchautoren.

Auf den politischen Seiten berichtet Martin Gehlen über Repressalien des iranischen Regimes: "Der Tag gehört den friedlichen Demonstranten, die Nacht den Greiftrupps des Regimes: Besonders ehemalige Mitarbeiter des Reformpräsidenten Mohammed Chatami wurden in den vergangenen Nächten zu Dutzenden festgenommen."

NZZ, 19.06.2009

Auf der Musikseite erklärt Chris Blackwell, Gründer des 1998 an Universal verkauften Plattenlabels Island Records, im Interview den Unterschied zwischen einem Konzern und einem kleinen Label: "Ein Indie-Label ist viel flexibler. Es kann auf den Moment eingehen. Eine große Firma kann sich noch so Mühe geben, eine Indie-Kultur aufzubauen. Letztlich aber muss man sich doch immer noch vor dem CEO und den Aktionären verantworten."

In seinem Nachruf auf Ralf Dahrendorf beschreibt Martin Meyer den "Senkrechtstart" des Soziologen, der heute in Deutschland wohl undenkbar wäre: "Als Sohn des Genossenschafters und SPD-Reichstagsabgeordneten Gustav Dahrendorf am l. Mai 1929 in Hamburg geboren, studierte er Philosophie und klassische Philologie an der dortigen Universität und doktorierte mit der Arbeit 'Der Begriff des Gerechten im Denken von Karl Marx'. 1952 setzte er seine Ausbildung fort an der London School of Economics, wo er seinem späteren Mentor und Freund Karl Popper begegnete. Im Alter von dreißig Jahren kam er als Professor für Soziologie an die Universität Tübingen, danach gehörte er zum Gründerkreis der Universität Konstanz."

Weiteres: Joachim Güntner stellt die "Dahrendorf" vor, eine neue Schrifttype zu Ehren des verstorbenen Soziologen. Aldo Keel berichtet über Debatten ums Urheberrecht in Schweden und Norwegen. Angela Schader wirft einen Blick in das Afrika gewidmete Themenheft der Le Monde diplomatique. Andrea Köhler beschreibt die begrünte und frisch eröffnete High Line in New York. Auf der Medienseite erklärt Heribert Seifert, warum die Twittermeldungen über die iranischen Demonstrationen seiner Ansicht nach keinen Nachrichtenwert haben. Besprochen wird das neue Album des Jazzpianisten Roberto Fonseca.

TAZ, 19.06.2009

Auf den Tagesthemenseiten erklärt der Regisseur Claude Lanzmann im Interview mit Max Dax, weshalb die israelische Armee mit anderen Maßstäben gemessen werden müsse als andere Armeen und er seinen vor 15 Jahren gedrehten Film "Tsahal" wieder genauso drehen würde wie damals. "Die israelischen Armee befindet sich in der undankbaren Situation, dass sie im Gegensatz beispielsweise zur libanesischen oder ägyptischen nicht verlieren darf. Nicht ein einziges Mal. Das ist eine fatale Situation. Normale Armeen machen Gefangene. Israels Feinde machen keine Gefangenen. In meinem Film begebe ich mich in die Seele des Soldaten, der weiß, dass er verloren ist, wenn er überwältigt wird."

In tazzwei würdigt Jan Feddersen den verstorbenen Soziologen Ralf Dahrendorf als liberale Autorität. "Niemals hätte Dahrendorf, aller lässigen Rhetorik zum Trotz, so getan, als wandele er wissenschaftlich in Demut durch die Welt. Was ihn aber von einem wie Habermas unterschied, war, dass ihm missionarischer Gestus vollkommen abging. Die Öffentlichkeit sollte von seinen Befunden wissen - publizistische Politik war seine Sache nicht."

Auf den Kulturseiten unterhält sich Andreas Toelke mit dem Architekten Bernhard Tschumi über das von ihm entworfene Akropolis-Museum in Athen. Johanna Schmeller porträtiert die die junge uigurische Künstlerin Suli Kurban, die in Theaterstücken für die Münchner Kammerspiele und Hörfunkinterviews ihre Lebenswelt als Flüchtling verarbeitet. Besprochen werden neue CDs von Green Day, Manic Street Preachers und The Lemonheads und in tazzwei der Kannibalen-Film "Rothenburg", der nach dreijährigem Rechtsstreit nun ins Kino kommt.

Und Tom.

FAZ, 19.06.2009

Einen durchaus originellen Grund findet Christian Geyer in seinem Nachruf, auch den Denker Ralf Dahrendorf zu würdigen: "Was diesen Intellektuellen zu einem Lebensvorbild macht, ist nicht zuletzt der uneitle Verzicht auf Originalität der Gedankenführung. Das Bewährte bekräftigen war ihm immer wichtiger, ob in der Politik oder der Wissenschaft." Zu den Freunden und Weggefährten, die sich äußern, gehören unter anderen Jürgen Habermas und Timothy Garton Ash.

Weitere Artikel: Der in Teheran lebende Schriftsteller Amir Hassan Cheheltan erklärt, warum ihm Ahmadineschad so große Angst machte, dass er erstmals zur Wahl ging - und stellt fest: "Was am Morgen des 13. Juni, das heißt am Tag nach der Wahl, in Teheran stattfand, war einem Putsch nicht unähnlich." Bei allem Respekt für Claudio Magris findet Felicitas von Lovenberg die Entscheidung, dem italienischen Autor nun den Friedenspreis des Buchhandels zu verleihen, schrecklich einfallslos. Jürgen Kaube hat in Berlin einen Vortrag des Google-Chefökonomen Hal Varian gehört. "P.S." sieht nicht, dass die zur Unesco-Sitzung nach Sevilla reisende Dresdener Oberbürgermeisterin Helma Orosz an der Aberkennung des Welterbestatus fürs Elbtal noch etwas ändern könnte.

Auf der Medienseite sind gleich mehrere Artikel der Sendung "Ich kann Kanzler!" gewidmet. Marguerite Seidel stellt nach Ansicht der Werbevideos der sechs Finalisten fest: "Blendet man inszenatorische Unterschiede aus, fällt auf, dass die Kandidaten geläufige Themen und Positionen der Parteien wiedergeben." Jury-Mitglied Günter Jauch meint im insgesamt nicht sehr interessanten ausführlichen Gespräch: "Ein paar angepasste Langweiler waren auch dabei."

Besprochen werden Werner Schroeters Inszenierung einer "Antigone / Elektra" nach Sophokles, Hölderlin und Hofmannsthal an der Berliner Volksbühne (Irene Bazinger lobt: "schnörkellos, gekonnt verdichtet"), die Ausstellung "Bilderträume" in der Neuen Nationalgalerie in Berlin, der Kannibalismus-Film "Rohtenburg" und Bücher, darunter Pawel Huelles Roman "Das letzte Abendmahl" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

SZ, 19.06.2009

Für Johann Schloeman verkörperte Ralf Dahrendorf in der Nachkriegsbundesrepublik jenen Zentrismus, an dem es vielen anderen Protagonisten der Öffentlichkeit so sehr fehlte. Tanjev Schultz erklärt, wie es zur Begegnung zwischen Rudi Dutschke und Ralf Dahrendorf kam, die auf der SZ-Titelseite zu sehen ist. Lothar Müller lobt die Zuerkennung des Friedenspreises des Deuschen Buchhandels an den Autor und Gelehrten Claudio Magris nicht nur, aber auch wegen der "eminent politischen Note" dieser Wahl. Thorsten Schmitz schildert die besorgten Reaktionen in Israel auf das iranische Atomprogrammn. Alex Rühle stellt das Hauptschul-Theater-Projekt "Hauptschule der Freiheit" der Münchner Kammerspiele vor. Laura Weissmüller gratuliert dem Karikaturisten Horst Haitzinger zum Siebzigsten.

Besprochen werden schlechtes Griechisches von Frank Castorf und Werner Schroeter, dafür eine herausragende Sandra Hüller mit Puppen an Volksbühne und Prater, die Ausstellung "Dubuffet. Ein Leben im Laufschritt" in der Hypo Kunsthalle München, Helene Hegemanns Film "Torpedo" und Bücher, darunter Steven Blooms Roman "Stellt mir eine Frage" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).