Weltmarkt Privathaushalt

Bezahlte Haushaltsarbeit im globalen Wandel
Cover: Weltmarkt Privathaushalt
Westfälisches Dampfboot Verlag, Münster 2002
ISBN 9783896912152
Kartoniert, 239 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Claudia Gather, Birgit Geissler und Maria S. Rerrich. Über vier Millionen Haushalte in Deutschland beschäftigen Personen für Haushaltsarbeiten; die haushaltsbezogenen Dienstleistungen (außerhalb des Haushalts selber) in Markt, Staat und Drittem Sektor nehmen zu. Aber: Die Sozialwissenschaften thematisieren Hausarbeit - wenn überhaupt - als "unbezahlte Hausarbeit"; die Arbeitssoziologie interessiert sich bisher nicht für die Erwerbsarbeit im Haushalt. Auch in der Diskussion zur Dienstleistungs-Gesellschaft spielt sie keine Rolle. Zur Auslotung des Forschungsfeldes thematisieren die Beiträge des Bandes Struktur, Inhalt und künftigen Bedarf an bezahlter Haushaltsarbeit, die interaktive Gestaltung der Arbeitsverhältnisse und die Lebensläufe der Beschäftigten, ihre soziale und ethnische Zusammensetzung und die Verbindung mit globalen Migrationsprozessen, und - nicht zuletzt - Entwicklungsperspektiven und politischen Regulierungsbedarf.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.08.2003

Auch nach dreißig Jahren ist die Frage, wer den Abwasch macht und die Kinder abholt, noch immer nicht zwischen Männern und Frauen geklärt. Zum Schrecken feministischer Streiterinnen hat stattdessen unter Frauen eine Umverteilung stattgefunden: Frauen, die es sich leisten können, lassen heutzutage einfach andere Frauen putzen, meist Migratinnen. Diesem Umstand widmet sich der Band "Weltmarkt Privathaushalt", wie Rezensentin Anke Schwarzer ausführt, in empirischen Studien, theoretischen Ausführungen, historischen Beiträgen und persönlichen Berufsgeschichten. Damit liefere der Sammelband zwar detaillierte Einblicke in die "verborgene Welt der dienstbaren Geister", doch kann er Schwarzer damit nicht wirklich zufrieden stellen. Sie findet es "unverständlich und befremdlich", dass einige Beiträge nur "das Feld bezahlter Hausarbeit" im Blick haben und eine Regulierung dieser Beschäftigungsverhältnisse fordern, dabei aber "feministische und antirassistische Standards" zugunsten staatlicher Interessen vernachlässigen.