Viktor E. Frankl

Trotzdem Ja zum Leben sagen. Und ausgewählte Briefe (1945-1949)

Gesammelte Werke. Band 1
Cover: Trotzdem Ja zum Leben sagen. Und ausgewählte Briefe (1945-1949)
Böhlau Verlag, Wien 2005
ISBN 9783205773511
Gebunden, 208 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Alexander Batthyany, Karlheinz Biller und Eugenio Fizzotti. Band 1 der Gesammelten Werke mit dem thematischen Schwerpunkt des Konzentrationslagers und der psychologischen und philosophischen Probleme der NS-Zeit und ihrer Folgen enthält den Text "Trotzdem Ja zum Leben sagen" / "Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager" sowie erstmalig aus dem privaten Nachlass veröffentlichte Briefe, die Frankl unmittelbar nach seiner Befreiung verfasst hat. Biografische Erläuterungen und historische Zeitdokumente ergänzen den Band.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.2005

Was hindert uns eigentlich, Viktor Frankl heute neu zu entdecken, fragt Eberhard Rathgeb. Der erste Band der geplanten zwölfbändigen Werkausgabe ist darum für ihn ein erster Schritt in die richtige Richtung. Frankl war der Begründer der Logotherapie und der Existenzanalyse, stellt Rathgeb ihn vor, ein ausgebildeter Neurologe und Psychiater, der die Psychotherapie vom Geistigen her bewerkstelligen wollte. Frank stammte aus Wien, von wo er von den Nazis mit seiner Familie erst nach Theresienstadt und später nach Auschwitz deportiert wurde. Er überlebte. Der vorliegende erste Band enthält - neben Briefen aus den Jahren 1945 bis 1949 - seinen Bericht über das seelische Überleben im Konzentrationslager, den Rathgeb als erstaunlich gelassen empfindet. Unmittelbar nach Kriegsende entstanden, wollte sich der Arzt wohl "wieder in den Glauben an die Gemeinschaft der Menschen" hineinschreiben, vermutet er. Frankl bewahre die Ruhe des Psychologen, um die Überlebensmechanismen zu beschreiben. Hass kann Rathgeb in dieser Schilderung des Lagerlebens nicht entdecken, aber es würden ja auch "nicht alle Kreise der Hölle geschildert", hält Rathgeb fest. Frankl wollte wohl nach dem Krieg ein Signal setzen, dass man die Hoffnung auf Anständigkeit nicht aufgeben solle.
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